Das AZE befindet sich in einem Eupener Stadtteil, in dem Menschen vieler unterschiedlicher Kulturen und Religionen zusammen leben. Interkulturalität ist nicht zuletzt aus diesem Grund ein wichtiges Prinzip im Sozialen Treffpunkt. Das AZE schafft niederschwellige Zugänge zu Angeboten für Migranten im eigenen Haus oder bei seinen Kooperationspartnern. In der Konzeption, Bewerbung und der Umsetzung der Angebote arbeitet das AZE eng mit Migranten sowie Kulturvereinen und religiösen Gemeinschaften zusammen.


„Runder Tisch der Religionen“ soll interreligiösen Dialog in der DG fördern

In Eupen wurde am Dienstagabend 28. November 2017 ein "Runder Tisch der Religionen" für die DG gegründet. Das Gremium ist mit Mitgliedern aller in Belgien anerkannten und in der DG vertretenen Religionen besetzt. Mit dabei sind auch Vertreter der Laizismus.

Der Dialog zwischen Religionen war schon immer wichtig. Eine tolerante und fortschrittliche Gesellschaft ist nur möglich, wenn auch andere Sichtweisen respektiert werden. Heute, wo viele Muslime aus dem Nahen Osten vor Gewalt und Terror nach Europa flüchten, ist diese Aussage aktueller den je.

Deshalb gibt es jetzt auch in der DG ein Gremium, dass den interreligiösen Dialog fördern soll. Am Dienstagabend wurde in Eupen ein „Runder Tisch der Religionen“ gegründet, der sich nun regelmäßig treffen soll. Dazu sollen auch regelmäßig konkrete Projekte durchgeführt werden, die Gläubige verschiedener Religionen zusammen bringen.

„Sicher ist, dass Religion unsere Geschichte und Identität mitgeprägt hat und es heute in einer vielfältiger werdenden Welt darauf ankommt, das Verständnis füreinander zu fördern und vielleicht auch wechselseitiges Vertrauen zu ermöglichen. Dazu kann ein runder Tisch beitragen, dazu werden aber auch noch viel mehr die Veranstaltungen beitragen können, die das Resultat der Gespräche zwischen den einzelnen Glaubensgemeinschaften und des Laizismus sein sollen“, sagt Ministerpräsident Oliver Paasch im BRF-Interview.

 

„Die Belgier sollen sehen, dass sich Religionen austauschen. Bereits das hat eine hohe Symbolkraft nach außen“, sagt Miloud Choudna von der islamischen Gemeinde in Eupen (Acese). Am Dienstagabend trafen sich die Vertreter der anerkannten Religionsgemeinschaften in Anwesenheit der Religionsführer des Gesamtstaates im Ministerium, um eine gemeinsame Erklärung zur Gründung eines „Runden Tisches der Religionen“ zu unterzeichnen.

„Wir bekräftigen, dass es unter den Religionen trotz aller Unterschiede einen Grundkonsens einiger zentraler verbindender Werte, unverrückbarer Maßstäbe und moralischer Grundhaltungen gibt“, heißt es in dem Papier, das von den christlichen Kirchen und den Moslems beschlossen wurde.

 

Der runde Tisch soll sich auch in der Praxis der Gemeinden wiederfinden.

Die Religionen wollen gemeinsam zu einem friedvollen Zusammenleben in Ostbelgien beitragen. Und dazu gehört auch, dass man den Glauben des anderen achtet. „Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht“, sagte der Präsident von missio-Belgien, Michel Coppin, der als Impulsredner sprach. Er wies auch darauf hin, dass sich die katholische Kirche bereits in der Erklärung „Dignitatis humanae“ des Zweiten Vatikanischen Konzils zur Religionsfreiheit bekannt habe.

„Wenn die Religionen in den Dialog treten, wird eine Welt der Gerechtigkeit möglich“, sagte Günther Gebhardt von der Stiftung Weltethos, die im Foyer des Ministeriums eine Ausstellung über die Weltreligionen aufgebaut hat. Keinesfalls gehe es aber im Dialog darum, die Unterschiede im Glauben der einzelnen Gemeinschaften zu verwischen. Es gehe darum, von einem festen Standpunkt aus den anderen zu entdecken und zu verstehen. „Wer den anderen versteht, kann seine Eigenheiten besser annehmen“, sagte er. Aufgabe des runden Tisches sei es, das Gemeinsame zu entdecken, aber auch über Konflikte wie beispielsweise religionsverschiedene Ehen zu diskutieren und den anderen kennenzulernen.

Der runde Tisch soll sich auch in der Praxis der Gemeinden wiederfinden: So wird die evangelische Gemeinde gemeinsam mit den Moslems eine Wanderung veranstalten. So zeigen die Protestanten ihren Gästen auch, dass sie in der Verfolgungszeit unter den Habsburgern weite Fußmärsche zur Kirche in Vaals auf sich nehmen mussten. „Das Wichtigste ist, das wir Gemeinschaft leben“, sagte Pfarrer Darius Tomczak.

Eupens Dechant Helmut Schmitz erhofft sich durch regelmäßigen Gespräche Impulse zum Umgang mit den Neuankömmlingen aber auch kontroverse Diskussionen. „Wichtig ist, dass wir den gegenseitigen Respekt der Religionen und Kulturen leben“, sagte er. Schon im Vorfeld der Unterzeichnung hatten sich die Vertreter der Religionen mit der Regierung zusammengesetzt, um Ideen zu entwickeln. Das ging von gemeinsamen Fußballspielen, Kochen bis hin zu gegenseitigen Besuchen, theologischen Gesprächen und Tagen der offenen Kirche/Moschee. „Wir haben da auch ein wenig nach Aachen geschaut“, verrät Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG). In der Kaiserstadt ist der Dialog der Religionen eine etablierte Institution. In Belgien gibt es Ähnliches nur in Flandern und Brüssel. „Die Frankofonen tun sich hier etwas schwer“, meint Geert Lorein von der Protestantischen Kirche.

Für Oliver Paasch ist das klare Bekenntnis zum Grundgesetz und damit verbunden zu Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung und Parteienpluralismus ein sehr wichtiger Punkt. Dankbar ist er, dass sich zum ersten Mal alle Religionen in Ostbelgien zusammengefunden haben. In seiner Rede ging der Eupener Regierungschef auf den Flüchtlingszustrom auch nach Ostbelgien ein. Die Flüchtlinge „kommen zu uns, weil sie keine andere Wahl haben; Weil sie um ihr Leben und das ihrer Familien bangen, weil sie vor Krieg, Terror und Gewalt flüchten müssen, wenn sie überleben wollen“, sagte er. Gegen den grassierenden Populismus sei der interkulturrelle und interreligiöse Dialog ein ausgezeichnetes Instrument.

(Quelle: Grenz-Echo)


Interkulturelles Fastenbrechen

Zu einem interkulturellen Fastenbrechen im Ramadan hat die Vereinigung Acese am Samstagabend eingeladen. Die muslimische Gemeinde empfing ihre Gäste mit traditionellen arabischen Speisen im Animationszentrum Ephata in Eupen.

Samstagabend um Punkt 21:50 Uhr erklingt der Azan, der islamische Gebetsruf aus den Räumen des Ephata. Während sich die Gäste nebenan schon um den gedeckten Tisch versammelt haben, stellen sich die gläubigen Muslime zum Gebet auf. Sie läuten damit das Fastenbrechen ein. Nach dem Gebet wird gemeinsam mit den Gästen das Fasten gebrochen, das die Gläubigen im Ramadan jeden Tag zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang einhalten.

Traditionell geschieht das Fastenbrechen mit einer Dattel, erklärt Miloud Choudna, Sprecher der Gemeinde. „Das ist energiereich und der Magen nimmt es gut auf – entweder mit einem Glas Wasser oder Milch. Meistens kommt dann eine Suppe hinzu. Es ist wichtig, dass sich der Körper wieder langsam an Nahrung gewöhnt: Keine Schocktherapie mit sehr Kaltem oder sehr Fettigem am Anfang. Es ist immer ratsam, das langsam anzugehen und auch zu genießen.“ An diesem Abend gibt es viel zu genießen – auch für die Gäste: Ein festliches Buffet mit überwiegend syrischen Speisen hat die muslimische Gemeinde für ihr Gäste vorbereitet.

 

Spiritualität und Reinigung

Aber ebenso wichtig ist das Gebet, das das Fastenbrechen begleitet – vor und nach dem Essen. „Man dankt Gott, dass man das Fasten beendet hat und dass man das Glück hat, die Speise zu sich zu nehmen. Kurz nach dem Fastenbrechen erfolgt das Abendgebet. Es ist also ein wichtiger Monat, wo die Spiritualität eine große Rolle spielt. Der Mensch selber muss sich mit wenig begnügen und sich auf das Innere konzentrieren: Der Mensch soll sich in dieser Zeit innerlich reinigen“, erklärt Miloud Choudna.

Das Fasten in Gemeinschaft zu brechen, hat im Ramadan einen großen Wert. Deshalb laden viele Muslime auch Verwandte und Freunde am Abend zum Essen ein. „Man hat auch andere Menschen eingeladen, die nicht unbedingt fasten oder dem Islam nicht zugehören. Das ist auch etwas Besonderes für uns, damit auch da eine Gemeinschaft entsteht, in der man das Essen und Trinken gemeinsam teilen kann und der Mensch im Mittelpunkt steht, so dass das Fastenbrechen als solches vielleicht auch eine kleine Brücke ist zu den Menschen“, meint Choudna.

 

Das Fastenbrechen als Brücke

Die Gäste wissen dies zu schätzen. Der Eupener Dechant Helmut Schmitz freut sich über die Einladung zum Fastenbrechen. „Das ist eine ganz tolle Initiative. Es ist ganz wichtig, dass wir einander begegnen. Wir leben ja alle hier in Eupen und es ist ganz wichtig, dass die Grenzen überwunden werden, denn viele Vorurteile kommen aus Unwissenheit und man hat nur ein Bild aus den Medien. Ich finde es wichtig, dass die persönliche Begegnung möglich wird.“

Mit Unterstützung der interkulturellen Dialoggruppe, die von der Stadt Eupen initiiert wurde, geht die muslimische Gemeinde immer wieder an die Öffentlichkeit. Sie freut sich über jeden Besucher, der das Angebot der Offenen Tür annimmt. „Es gibt einige, die einfach nur sehen wollen: Was sind das für Menschen? Wie ist ihr Alltag? Das gibt solchen Menschen die Möglichkeit, einen Einblick zu bekommen“, so Choudna. „Wichtig ist es, zu zeigen, dass vieles gemeinsam ist.“ Und deshalb will die muslimische Gemeinde in Eupen auch nach dem Fastenmonat Ramadan die Gastfreundschaft weiter pflegen und die Menschen zur persönlichen Begegnung einladen. (Quelle: BRF)


Erstmals gibt es in Ostbelgien einen Integrationskurs

 

Integrationskurs für Migranten geht los!

 

Sie sind Migrant, leben in Ostbelgien und haben Interesse, mehr über das Leben in Ihrer neuen Heimat zu erfahren? Dann melden Sie sich bei Info-Integration! Dort können Sie sich dann für einen Integrationskurs einschreiben lassen.

 

Der Integrationskurs wird erstmals in Ostbelgien im Auftrag der Regierung von verschiedenen Erwachsenenbildungseinrichtungen angeboten - im Süden und im Norden der Gemeinschaft.

 

Darin werden die Rechte und Pflichten der hiesigen Gesellschaft vermittelt und über die Kultur, die Arbeitswelt und Werte wie die Gleichstellung von Mann und Frau ausgetauscht. Insgesamt dauert der Integrationskurs 60 Stunden. Er wird in leicht verständlichem Deutsch erteilt. Das Angebot ist kostenlos.

 

Sie möchten teilnehmen?

 

Dann melden Sie sich ab sofort bei Info-Integration - dem Referenzzentrum für Integration!

 

Info-Integration
Hillstraße 7
4700 Eupen
087 76 59 71
info-integration@roteskreuz.be

 

Die engagierten Mitarbeiterinnen helfen Ihnen, den für Sie geeigneten Kurs zu finden und schreiben Sie dort ein.


Workshop Zukunftsorientierung


Begegnungsorte.be – mit dieser Kampagne wollen wir vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Flucht und Migration zu einer besseren Integration beitragen. Wir wollen Vorbehalte und Ängste bei Einheimischen wie Zugezogenen abbauen. Vor allem wollen wir Möglichkeiten zur Begegnung schaffen und zum Engagement motivieren. Im Mittelpunkt der Kampagne stehen die "Begegnungsorte". Das sind Orte, an denen sich Hiesige und Zugezogene begegnen (können), wo sie gemeinsam arbeiten, Informationen erhalten oder weitergeben, wo sie lernen, Sport treiben, Spaß haben oder sich für die Gemeinschaft einsetzen. Es sind Orte, an denen jede(r) willkommen ist, wo es auf das Miteinander und nicht auf die Herkunft ankommt.

Das Animationszentrum Ephata beteiligt sich als Sozialer Treffpunkt an dieser Kampagne, denn Ephata, das heißt "Öffne Dich" - offen für alle Menschen, offen für die Suche nach Werten und Orientierung, offen für dein/ihr Engagement und deine/ihre Ideen...


Echos vom Projekt Meet & Eat

 

Hier unser kurzer Bericht über einen sehr schönen Abend Thema Meet and Eat:
 Treffpunkt bei Maryam in der Haasstraße. Nach geraumer Zeit (wir drückten ständig auf die falsche Klingel) öffnete uns eine wunderschön angezogene junge Frau mit einem freundlichen Lächeln. Gemeinsam mit Maryams Schwester Bushra kamen sofort schöne Gespräche auf und wir fühlten uns sehr wohl und willkommen. Selbst beim leckeren Essen : Dal Bhat, Chapati, Hühnchen und Kartoffelplätzchen mit Koriander, Salate und Dessert hörten wir nicht auf miteinander zu reden. Maryam erklärte uns, was wir aßen und meinte, dass es nicht original scharf gewürzt sei. Nachdem wir auch die Mutter der beiden kennenlernten, ihre Fotoalben geschaut hatten, endete der Abend mit einer Gegeneinladung.
Sowieso stellte sich im Laufe des Abends heraus, dass wir uns alle schon begegnet sind, uns aber noch nicht kannten. Da wir beim Begegnungsfest am Sonntag dabei sind, nur mit unterschiedlichen Aktivitäten, werden wir uns schon wiedersehen und uns garantiert herzlich begrüssen. Für uns war dieser Abend ein wertvolles Geschenk und "Danke" den Initiatoren.
 
Mit lieben Grüßen
Gisela Hermann, Brigitte Joucken, Uschi Biegmann
Pour ma famille et moi cette soirée a été inoubliable, car ce jour là j'ai pu rencontrer 3 femmes élégantes, très sympa et de bons cœur. Merci infiniment pour les fleurs et les chocolats. Quand j'en ai parlé à mon mari, il m'a dit de vous inviter mais avec vos maris cette fois-ci ! C'était une soirée très interessante , on a pu échanger pleins d'information et autre. Et j'ai vraiment aimé comme vous vous retrouvez entre amie et profitez de la vie. Merci a vous trois d'être venue, d'avoir aimé nos plats.
J'espère que nous allons rester en contact.
Merci
Mariam

Echos vom Projekt Meet & Eat 2017

Stellvertretend für die vielen interessanten Begegnungsabende, die in den vergangenen Wochen stattgefunden haben, hier ein Bericht von einem solchen Essen und weiter unten einige Erinnerungsfotos...

 

"Wir haben bei Nina mit Meet & eat eine tollen Abend in bunter Runde verbringen dürfen. Ganz lieben Dank an unsere tolle Gastgeberin! Es war für alle Beteiligten, kann man glaube ich sagen, eine kleine Abenteuerreise, keiner wusste so recht, was passiert? Auf wen wird man treffen? Die Spannung war gross und löste sich dann aber ganz schnell in entspannten Gesprächen auf, die nur ab uns an von Jahwads knurrendem Magen unterbrochen wurden (;-)). Aber der Hunger konnte sehr schnell und lecker gestillt werden. Besonders toll fand ich unser Sprachenmenü: eine Portion Französisch, ein Häppchen Englisch, eine Portion Arabisch und eine Prise Deutsch. Da ging es munter hin und her.

Es war ein sehr schöner und unkomplizierter Rahmen, um neue Menschen kennen zu lernen und ich freue mich auf ein Wiedersehen. Dir, liebe Nina, herzlichen Dank für Deine offene Tür und einen tollen Abend!

 

Das kann ich nur unterschreiben und auch jedem/r Gastgeber*in die Angst nehmen, so etwas zu wagen! Es war aufregend und schön."