4. Zur Zeit der französischen Besetzung gegen Ende des 18. Jahrhunderts war der Gebrauch der Bergkapelle kurzzeitig verboten. Und während der Rundstedt-Offensive im Winter 1944 entging die Bergkapelle nur knapp einem Bombenabwurf, der die Straßenkreuzung auf Höhe des heutigen Kreuzverkehrs traf. Mehr dazu im untenstehenden Artikel, der auch die älteste bekannte Abbildung der Bergkapelle enthält (das Bild haben wir in besserer Qualität nochmals separat beigefügt).


5. 200 Jahre Bergkapelle

Es ist noch nicht so lange her, da feierte das Bergviertel den 300. Jahrestag der Weihe der Bergkapelle. Sicher werden sich noch viele an die Feierlichkeiten und das damit verbunden Festjahr erinnern! Doch wie sah dies beim 200jährigen Bestehen der Bergkapelle aus? Aufschluss darüber und über die (bauliche) Entwicklung der Kapelle im 18. und 19. Jahrhundert gibt der Artikel hier unten; dazu einige historische Fotografien aus der Geschichte der Kapelle. Übrigens: durch Anklicken lassen sich der Artikel und die Bilder vergrößern.


18. Ende 2012 feierte die Bergkapelle ihr 300jähriges Bestehen, und ein ganzes Viertel feierte mit. Die Ostbelgien-Ausgabe der Aachener Kirchenzeitung berichtete damals ausführlich über das Jubiläum und die damit verbundenen Planungen. Doch Geschichte schreibt sich ständig fort. So wird am Montag, dem 3. April 2017 zum ersten Mal die Communauté von Taizé in der Bergkapelle zu Gast sein, wenn von dort aus der Pilgerweg des Vertrauens quer durch die drei Gemeinschaften unseres Landes starten wird, der mit einem großen Taizé-Treffen in Brüssel seinen Abschluss findet...



30. Zum Fest Johannes der Täufer: Aus der Geschichte der Bergkapelle

Der Festtag des Hl. Johannes des Täufers am 24. Juni soll uns Anlass sein, nochmals in die Geschichte der Bergkapelle zurück zu schauen. Wir tun dies mit einem Artikel von Leo Kever aus dem Alt-Eupener Bilderbogen XIX aus dem Jahr 1987, als die Bergkapelle auf eine 275jährige Geschichte zurück blicken konnte.


36. Die Kreuzigungsgruppe an der Bergkapelle

Eine der bedeutendsten Kreuzanlagen der Stadt Eupen befindet sich seit mehr als 130 Jahren an der dem Haasberg zugewandten Außenseite der Bergkapelle. Dazu hier unten ein Zeitungsartikel aus dem Jahre 1969 sowie der entsprechende Abschnitt aus dem Buch "Eupen - Eine Stadt im Zeichen des Kreuzes" von Gottfried Loup.


54. 300 Jahre Eupener Bergkapelle


55. Notizen zum Jubiläum der Bergkapelle


62. Die Wappen an der Bergkapelle

Auf dem Höhenzug gelegen, der Ober- und Unterstadt voneinander scheidet, steht die Kapelle St. Johannes der Täufer auf dem Haasberg. Es handelt sich um ein einschiffiges Bauwerk aus Sandbruchstein mit drei Jochen. Im 19. Jahrhundert wurden neoromanische Anbauten getätigt, wie beispielsweise der heutige Haupteingang. Über diesem letzteren befinden sich zwei in das Mauerwerk eingelassene Wappensteine:

  • Schuyl von Walhorn: in Rot ein von je drei Amseln begleiteter Rechtbalken, alles golden.
  • von Berghe genannt Trips: von Silber, schwarz gegittert, und Rot je drei quergeteilt.

Es handelt sich um steinerne Andenken an die Eheleute Wilhelm Heinrich von Berghe genannt Trips und Franziska Arnoldine Schuyl von Walhorn (1682-1715), nachgelassene Tochter von Michael Heinrich (1638-1682), Herr von Gemmenich, und Anna Michaela von Budier. Es fällt sogleich auf, dass die Wappensteine in verwechselter Reihenfolge stehen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass sie erst 1879 an diese Stelle gesetzt worden sind, als der Eingang zur Kapelle an diese Seite verlegt worden ist.

Wilhelm Heinrich von Berghe (1661-1736), seit 1699 Eigentümer von Schloss Crapoel bei Walhorn, war der Sohn von Adam Christoph, Herr von Noorbeek und Neerlinter, Drost von Herzogenrath. Sein Geschlecht entstammt im 12. Jahrhundert dem Ort Berg bei Terblijt in der Grafschaft Valkenburg (heutige Provinz Niederländisch-Limburg). Durch Heirat im 15. Jahrhundert mit der Erbtochter von Haus Trips bei Geilenkirchen gelangten die von Berghe in dessen Besitz und nannten sich fortan danach. Sie wurden 1829 in den preußischen Grafenstand erhoben.

Nach einem missglückten Versuch der Errichtung einer Kapelle an der Düvelscheid für die Bewohner des Haasviertels war 1712 der Beschluss gefasst worden, eine bereits bestehende, kleinere Kapelle auf dem Haasberg auszubauen. Hierzu wurde auch Baumaterial aus der Düvelscheid wiederverwendet. Mehrere begüterte Anwohner, so Mostert, Salm, Thimus und Müllender, spendeten für die Ausstattung der neuen Kapelle. Es ist davon auszugehen, dass auch die Eheleute Berghe-Schuyl Gelder zum Bau der Bergkapelle beigesteuert haben, weswegen ihre Wappensteine hier angebracht worden sind. Wilhelm Heinrich von Berghe hatte übrigens auch für Walhorn eine Schule gestiftet. Die Schuyl gelangten im 15. Jahrhundert durch Heirat in den Besitz der Herrschaft Vreuschemen zwischen Membach und Baelen. 1584 kaufte Arnold Schuyl, Rentmeister des Herzogtums Limburg, das Lehngut De Portz in Walhorn. Hermann Schuyl war 1598 Drost zu Walhorn sowie Forstmeister des Herzogtums Limburg. 1623 relevierte der zwischenzeitlich nach Brüssel verzogene Arnold Schuyl Schloss und Herrschaft Crapoel und ließ sich dort nieder. Im Jahre 1654 empfing Arnold Schuyl die Herrlichkeit Eupen-Stockem aus den Händen des Winand de Vischer, womit die Verbindung der Schuyl von Walhorn mit hiesiger Stadt hergestellt ward. Ein Zweig der Familie Schuyl von Walhorn verzog im beginnenden 17. Jahrhundert nach Herzogenbusch in Nordbrabant, wo ein prächtiger armorierter Grabstein in der dortigen Kathedrale noch stets bewundert werden kann. Nach dem Erlöschen des Geschlechtes in der holländischen Bürgermeisterfamilie Van der Does hat diese durch König Wilhelm I. der Niederlande 1827 die Erlaubnis erhalten, ihrem Namen das Wort „Schuyl“ voranzustellen. Somit wurde neben Kettenis und Eynatten noch ein weiterer uralter Geschlechtsname aus der limburgischen Bank Walhorn am Leben gehalten.


70. 271 Jahre alte Bergkapelle

Im Jahre 1983 blickte Leo Kever in seinem „Alt-Eupener-Bilderbogen XV“ auf 271 Jahre Bergkapelle zurück:

Die Bergkapelle zum hl. Johannes Baptist, um Schnittpunkt der Ober- und Unterstadt gehört seit 1872 zur St. Josefs-Pfarre, sie hat aber schon vorher 160 Jahre „gemäß Lage und Bestimmung den damaligen Einwohnern des hiesigen Pfarrbezirks als besonderes Gotteshaus gedient“.

Schon vor dem Bau der Bergkapelle hatten die Anwohner des Bergviertel ihr eigenes, wenn auch sehr kleines Kapellchen; dasselbe war auch bereits mit einer kleinen Glocke versehen. Ein Vertrag vom 12. Juli 1712 zwischen Pfarrer Henreco und den Einwohnern dieses Eupener Viertels vor Notar Düts sah den geregelten Ablauf des Bauvorhabens einer neuen Kapelle vor. Abt Heyendal legte den Grundstein, und nach fünf Monaten Bauzeit stand bereits die neue Bergkapelle. Am 27. Dezember wurde in derselben die erste hl. Messe gelesen. 1727 wurde die Bergkapelle vergrößert und am 24. Oktober 1729 unter entsprechenden Feierlichkeiten wurde die Kapelle nebst Altar zu Ehren des hl. Johannes des Täufers und des hl. Joseph durch den Lütticher Weihbischof Johannes Baptist Gillis konsekriert.

Den Verantwortlichen der Bergkapelle, und ganz besonders den Anwohnern des Bergviertels, kann man bescheinigen, dass sie durch ihren uneigennützigen Einsatz alles tun und selbst kein finanzielles Opfer scheuen, um ihr Gotteshaus in einem Bestzustand zu erhalten.

 

Die zwischen 1884 und 1886 errichtete Kreuzgruppe mit Jesus, Maria und Johannes dem Evangelisten ist ein Werk des Aachener Bildhauers Venth. Venth schuf auch die holzgeschnitzten und bemalten Figuren der Mutter Gottes und des hl. Joseph in der Nisperter Kapelle. Über den Bau der Kreuzgruppe schreibt Pfarrer J.G. Heinen in seiner Pfarrgeschichte: „In den Jahren 1884-1887 wurden an der äußeren Chorwand eine Anlage geschaffen und ein Denkmal der Frömmigkeit errichtet, welche gleichmäßig der Stadt zur Verschönerung wie den Gläubigen zur Erbauung gereichen. Die alte und in Verfall geratene Kreuzgruppe (Maria und Johannes Evangelist auf Holz gemalt) ist durch eine neue, in künstlerischer Vollendung von Bildhauer Venth – Aachen gemeißelt, ersetzt, vor derselben eine durch Mauerwerk gebildete, stilgerecht von steinernen Ecksäulen und eisernen Gitter eingefriedete Terrasse zur Andachsstätte eingerichtet und das Ganze noch weiter ausgestattet bzw. verschönert worden (Kostenpreis ca. 6000 Mark)“.

Dieser schöne Terrassenvorbau mit der Kreuzgruppe, dem kunstvoll geschmiedeten Eisengitter, seinem Baldachin und den Laternen trägt am Postament folgende lateinische Inschrift: „Et figiem Christi, si transis, pronus honora; Non tamen effigiem, sed quem designat, adora“. In der Übersetzung heißt diese Inschrift: „Gehst du vorüber, so ehre gebeugt des Gekreuzigten Bildnis. Nicht indessen das Bild, vielmehr den Gekreuzigten bet‘ an“.

24 Vereine beteiligten sich am 3. Oktober 1886 an der feierlichen Einsegnung durch Pfarrer Richartz; die Festpredigt hielt Pater R. Gossen: Wir predigen Christentum, den Gekreuzigten. Über diese Feier schreibt Pfarrer Heinen: „In dem Vertrauen, dass dies zur Hebung des kirchlichen Lebens nicht wenig beitragen werde, hat Erzbischof Philippus einen Ablass von 40 Tagen für das Beten von drei Pater und Ave bewilligt.“

Inmitten der 1938 durch den Verschönerungsverein errichteten parkähnlichen Anlage mit seinen vielen Polyantharosen und schönen Grünsträuchern erkennt man jetzt schon bei Herannahen die Kreuzgruppe an der Bergkapelle. Sie ladet die Passanten zu einer kurzen Betrachtung und einem Gebet ein.


82. Bergkapelle St. Johannes Baptist als Bau- und Kunstdenkmal

Um den Bewohnern des Haasviertels eine bequemere Möglichkeit zum Besuch des sonntäglichen Gottesdienstes zu verschaffen, und den weiten Weg nach St. Nikolaus am Marktplatz zu ersparen, wurde 1692 mit dem Bau einer Kapelle „an der Düvelscheid“ begonnen, ungefähr an der gleichen Stelle, wo später das Jugendheim (heute ‚La Rocca‘) entstand. Aus nicht mehr ersichtlichen Gründen konnte der Bau aber nicht vollendet werden; er wurde schließlich wieder abgetragen. Nach vielen Bemühungen entschloss sich 1712 die kirchliche Behörde, die geplante Kapelle im Bergviertel zu errichten und das dort stehende aus dem 15. Jh. stammende Kapellchen durch einen größeren Bau zu ersetzen. Da alle Anwohner des Bergviertels sich vertraglich zum Aufbau und zum Unterhalt des neuen Gotteshauses verpflichteten, war das Werk in kürzester Zeit vollendet, und wenige Tage vor Jahreswechsel, am 27.12.1712 konnte der erste Gottesdienst stattfinden.

Schon 1729 musste der zu klein angelegte Bau um ein Joch nach Westen vergrößert werden. Eine durchgreifende Umgestaltung und Ausarbeitung im romanischen Stil fand in den Jahren zwischen 1867 und 1882 statt. Aus dieser Zeit stammt die Schließung des Einganges an der Haasseite neben der Sakristei, und die Anlage des heutigen zu einem neo-romanischen Portal gestalteten Haupteinganges. Dem Haas-Eingang neben der Sakristei wurde ein Anbau vorgesetzt, und dieser nach Erweiterung des Durchlasses im Mauerwerk in den Sakralraum einbezogen. Die letzte umfassende Restaurierung, die den Innenraum von allen noch verbliebenen romanisierenden Zutaten und der bunten Farbgebung befreite, ist 1961 durchgeführt worden.

Im Rahmen der 300-Jahr-Feier 2012 wurde die weitere Umgestaltung des Innenraums in Angriff genommen: der Fußboden wurde auf ein einheitliches Niveau angehoben, die Bänke teilweise durch eine Bestuhlung ersetzt, die Kommunionbank versetzt, ein mobiler Altar geschaffen, der die Nutzungsmöglichkeiten des Kirchenraums sowohl im liturgischen wie im kulturellen Sinne verbessert, die Kreuzwegstationen restauriert und in den Chorraum gebracht sowie eine Ausstellungsinfrastruktur mit entsprechender Beleuchtung installiert.

Die herrlich gelegene Bergkapelle ist in Mauerwerk aus unregelmäßigen Bruchsteinen errichtet. Oberhalb des dreiseitig abschließenden Chores sitzt ein kleiner Dachreiter, bekrönt von schmiedeeisernem Kreuz mit Wetterhahn des 18. Jh. Die rundbogigen Fenster an Chor und Längsseiten weisen verschiedenartige Rahmungen aus Blaustein auf. Zum Bergabhang an der Südseite, d.h. zur Haas hin, sind Sakristei und der erwähnte Anbau zugefügt.

Oberhalb des 1879 im romanischen Stil erbauten Einganges sind im Mauerwerk einige Wappen- und Inschriftsteine eingelassen. Es handelt sich um die Wappen der Familien Schuyl (links) und de Berghe-de Trips (rechts), die in der Walhorner Gegend bedeutende Güter besaßen. An den ersten Bau der heutigen Bergkapelle erinnert der Hinweis: JESVS MARIA JOSEPH – REAEDIFICATVM ANNO 1712. Die Forschung streitet über die richtige Lesart der Inschriften seitlich der Wappensteine, die nach allgemeiner Ansicht als eine Zeile zusammenzufassen sind und somit lauten: „ANNO 1599 ANTIQVVM RENOVATVM ET DILATATVM EST“. Daraus ergibt sich der einzige Hinweis auf eine schon 1599 an dieser Stelle vorhandene, erneuerte und erweiterte Kapelle, eine Stiftung der genannten Familien.

An der Außenwand des Chores wurde 1885 eine fast lebensgroße Kreuzigungsgruppe aufgestellt, ein Werk des Bildhauers G. Venth aus Aachen. Sie zeigt die dramatische Szene in der ruhigen, unpathetischen Auffassung der romantischen Epoche. Der Standort wurde terrassenförmig mit Freitreppen ausgebaut, erhielt ein Schutzdach und ein fantastisches schmiedeeisernes Abschlussgitter. Trotz räumlicher Enge ist es die schönste Kalvariengruppe im Stadtgebiet.

Der einschiffige Innenraum hat abgeflachtes Tonnengewölbe, das wahrscheinlich die ursprüngliche Falchdecke ersetzt. Einfache mit Profilleisten belegte Pilaster gliedern die schmucklosen Innenwände. Sie laufen in schlichte, leicht vorgekragte Kapitelle aus, die das Profilgesimse am Gewölbeansatz durchbrechen. Vermutlich haben Einwölbung und Belebung der Mauerflächen durch Pilaster schon im frühen 19. Jh. stattgefunden.

Von der alten Ausstattung wurden 1961 nur wenige Einzelstücke übernommen:

Statue des hl. Johannes des Täufers, Eichenholz geschnitzt, um 1875; diese etwas hausbackene Figur zeigt den Vorläufer Christi und Patron der Kapelle in fußlangem Büßergewand und großzügig drapiertem Mantel. Die rechte Hand weist auf das mit der Linken gehaltene Agnus-Dei-Medaillon.

Pieta, um 1875 im seitlichen Anbau aufgestellt, eine werkgetreue und maßstabgerechte Kopie des berühmten Bildwerkes von Wilhelm Achtermann, in München gekauft.

14 Kreuzwegstationen, Öl auf Leinwand, verkleinerte Kopien der Originale des Josef von Führich, um 1875 angeschafft und 1961 zu 2 gerahmten Bildfolgen angeordnet, 2012 im Chorraum angebracht.

Aus dem ehemals reichen Bestand an Paramenten sind zu erwähnen:

Kasel, grüne erneuerte Seide, Samtkreuz mit alter Silberbrokatstickerei von etwa 1700; am unteren senkrechten Kreuzbalken eine Kombination aus mehreren Stifterwappen, darunter das Wappen Klebanck.

Chormantel von etwa 1850 mit älterem Kragen; darauf in feiner Seidenstickerei Darstellung des segenspendenden Erlösers in der Mandorla zwischen Maria und Johannes Baptist. Das bis 1931 in der Chorapsis aufgetragene Fresko, 1880 von Malermeister Göbbels ausgeführt, war nach dieser Stickerei gearbeitet. Die Sakralgeräte werden im folgenden Artikel beschrieben...


83. Sakrale Goldschmiedekunst der Bergkapelle

Eine bemerkenstwerte Sammlung wertvoller und gediegener Sakralgeräte besitzt die Bergkapelle in Eupen. Dieses kleine, herrlich gelegene Gotteshaus, das auch eine interessante Baugeschichte hat, verdankt Eupen der Initiative und dem Opferwillen der Anwohner des Bergviertels und der Unterstadt. Im Jahre 1712 erlangten sie nach vielen Eingaben und Demarchen bei den zuständigen kirchlichen Behörden die Genehmigung zum Bau einer Kapelle auf dem Berg. Bewundernswerte Opfer hat diese kleine Einwohnergruppe Eupens für „ihre“ Kirche seit deren Bestehen gebracht.

Unter den Sakralgeräten ragt vor allem das herrliche Augsburger Ziborium hervor. Es handelt sich um die Stiftung einer Angehörigen der Eupener Patrizierfamilie Thymus, die in der Tuchfabrikation des 17. und 18. Jahrhunderts eine führende Rolle gespielt hat. Desweiteren finden wir ein Reliquiar in Kreuzform, 1923 aus einem nicht mehr verwendeten Versehkreuz hergestellt enthält es eine Reliquie des hl. Johannes des Täufers hinter dem abnehmbaren Agnus-Dei-Medaillon. Bei Versehgängen (Krankensalbungen) bewahrte man die Hostie im Gehäuse hinter dem Agnus Dei und das geweihte Krankenöl im zylindrischen Gefäß des Schaftes. Ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1923 berichtet, dass die Reliquie vom damaligen Erzbischof von Mecheln und Primas von Belgien 1843 aus Rom nach Belgien überführt wurde und ein paar Jahrzehnte später in den Besitz eines gebürtigen Eupeners kam, der die kostbare Reliquie der Bergkapelle in seiner Vaterstadt schenkte. Die Reliquie selbst ist ein Knochensplitter von etwa 2 mm Länge. Die Reliquie wurde jedes Jahr am 24. Juni, dem Fest der Geburt, und am 29. August, dem Fest der Enthauptung des hl. Johannes, ausgesetzt, außerdem am 2., 3. und 4. Adventssonntag während der hl. Messe um 7 und 10 und während der Andacht um 16 Uhr.

Ein Weihrauchschiffchen aus dem 18. Jahrhundert, ein Versehziborium aus dem 18. Jahrhundert, eine Pollengarnitur (Messkännchen, bei der Eucharistie verwendete Gefäße zur Aufnahme von Wasser und Wein) vom Ende des 18. Jahrhunderts, zwei Kelche aus dem 18. und 19. Jahrhundert, sowie eine Sonnenmonstranz vom Ende des 18. Jahrhunderts vervollständigen den „Kirchenschatz“ der Bergkapelle.

Die Informationen entstammen einem Artikel von Johann Cloot in Geschichtliches Eupen, Bd. VI (1972) der hier unten in voller Länge zu finden ist.


85. Artikel "Die Kapelle zum h. Johann Baptist auf dem Berg" aus Heinen's Pfarrgeschichte