4. Zur Zeit der französischen Besetzung gegen Ende des 18. Jahrhunderts war der Gebrauch der Bergkapelle kurzzeitig verboten. Und während der Rundstedt-Offensive im Winter 1944 entging die Bergkapelle nur knapp einem Bombenabwurf, der die Straßenkreuzung auf Höhe des heutigen Kreuzverkehrs traf. Mehr dazu im untenstehenden Artikel, der auch die älteste bekannte Abbildung der Bergkapelle enthält (das Bild haben wir in besserer Qualität nochmals separat beigefügt).


5. 200 Jahre Bergkapelle

Es ist noch nicht so lange her, da feierte das Bergviertel den 300. Jahrestag der Weihe der Bergkapelle. Sicher werden sich noch viele an die Feierlichkeiten und das damit verbunden Festjahr erinnern! Doch wie sah dies beim 200jährigen Bestehen der Bergkapelle aus? Aufschluss darüber und über die (bauliche) Entwicklung der Kapelle im 18. und 19. Jahrhundert gibt der Artikel hier unten; dazu einige historische Fotografien aus der Geschichte der Kapelle. Übrigens: durch Anklicken lassen sich der Artikel und die Bilder vergrößern.


18. Ende 2012 feierte die Bergkapelle ihr 300jähriges Bestehen, und ein ganzes Viertel feierte mit. Die Ostbelgien-Ausgabe der Aachener Kirchenzeitung berichtete damals ausführlich über das Jubiläum und die damit verbundenen Planungen. Doch Geschichte schreibt sich ständig fort. So wird am Montag, dem 3. April 2017 zum ersten Mal die Communauté von Taizé in der Bergkapelle zu Gast sein, wenn von dort aus der Pilgerweg des Vertrauens quer durch die drei Gemeinschaften unseres Landes starten wird, der mit einem großen Taizé-Treffen in Brüssel seinen Abschluss findet...



30. Zum Fest Johannes der Täufer: Aus der Geschichte der Bergkapelle

Der Festtag des Hl. Johannes des Täufers am 24. Juni soll uns Anlass sein, nochmals in die Geschichte der Bergkapelle zurück zu schauen. Wir tun dies mit einem Artikel von Leo Kever aus dem Alt-Eupener Bilderbogen XIX aus dem Jahr 1987, als die Bergkapelle auf eine 275jährige Geschichte zurück blicken konnte.


36. Die Kreuzigungsgruppe an der Bergkapelle

Eine der bedeutendsten Kreuzanlagen der Stadt Eupen befindet sich seit mehr als 130 Jahren an der dem Haasberg zugewandten Außenseite der Bergkapelle. Dazu hier unten ein Zeitungsartikel aus dem Jahre 1969 sowie der entsprechende Abschnitt aus dem Buch "Eupen - Eine Stadt im Zeichen des Kreuzes" von Gottfried Loup.


54. 300 Jahre Eupener Bergkapelle


55. Notizen zum Jubiläum der Bergkapelle


62. Die Wappen an der Bergkapelle

Auf dem Höhenzug gelegen, der Ober- und Unterstadt voneinander scheidet, steht die Kapelle St. Johannes der Täufer auf dem Haasberg. Es handelt sich um ein einschiffiges Bauwerk aus Sandbruchstein mit drei Jochen. Im 19. Jahrhundert wurden neoromanische Anbauten getätigt, wie beispielsweise der heutige Haupteingang. Über diesem letzteren befinden sich zwei in das Mauerwerk eingelassene Wappensteine:

  • Schuyl von Walhorn: in Rot ein von je drei Amseln begleiteter Rechtbalken, alles golden.
  • von Berghe genannt Trips: von Silber, schwarz gegittert, und Rot je drei quergeteilt.

Es handelt sich um steinerne Andenken an die Eheleute Wilhelm Heinrich von Berghe genannt Trips und Franziska Arnoldine Schuyl von Walhorn (1682-1715), nachgelassene Tochter von Michael Heinrich (1638-1682), Herr von Gemmenich, und Anna Michaela von Budier. Es fällt sogleich auf, dass die Wappensteine in verwechselter Reihenfolge stehen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass sie erst 1879 an diese Stelle gesetzt worden sind, als der Eingang zur Kapelle an diese Seite verlegt worden ist.

Wilhelm Heinrich von Berghe (1661-1736), seit 1699 Eigentümer von Schloss Crapoel bei Walhorn, war der Sohn von Adam Christoph, Herr von Noorbeek und Neerlinter, Drost von Herzogenrath. Sein Geschlecht entstammt im 12. Jahrhundert dem Ort Berg bei Terblijt in der Grafschaft Valkenburg (heutige Provinz Niederländisch-Limburg). Durch Heirat im 15. Jahrhundert mit der Erbtochter von Haus Trips bei Geilenkirchen gelangten die von Berghe in dessen Besitz und nannten sich fortan danach. Sie wurden 1829 in den preußischen Grafenstand erhoben.

Nach einem missglückten Versuch der Errichtung einer Kapelle an der Düvelscheid für die Bewohner des Haasviertels war 1712 der Beschluss gefasst worden, eine bereits bestehende, kleinere Kapelle auf dem Haasberg auszubauen. Hierzu wurde auch Baumaterial aus der Düvelscheid wiederverwendet. Mehrere begüterte Anwohner, so Mostert, Salm, Thimus und Müllender, spendeten für die Ausstattung der neuen Kapelle. Es ist davon auszugehen, dass auch die Eheleute Berghe-Schuyl Gelder zum Bau der Bergkapelle beigesteuert haben, weswegen ihre Wappensteine hier angebracht worden sind. Wilhelm Heinrich von Berghe hatte übrigens auch für Walhorn eine Schule gestiftet. Die Schuyl gelangten im 15. Jahrhundert durch Heirat in den Besitz der Herrschaft Vreuschemen zwischen Membach und Baelen. 1584 kaufte Arnold Schuyl, Rentmeister des Herzogtums Limburg, das Lehngut De Portz in Walhorn. Hermann Schuyl war 1598 Drost zu Walhorn sowie Forstmeister des Herzogtums Limburg. 1623 relevierte der zwischenzeitlich nach Brüssel verzogene Arnold Schuyl Schloss und Herrschaft Crapoel und ließ sich dort nieder. Im Jahre 1654 empfing Arnold Schuyl die Herrlichkeit Eupen-Stockem aus den Händen des Winand de Vischer, womit die Verbindung der Schuyl von Walhorn mit hiesiger Stadt hergestellt ward. Ein Zweig der Familie Schuyl von Walhorn verzog im beginnenden 17. Jahrhundert nach Herzogenbusch in Nordbrabant, wo ein prächtiger armorierter Grabstein in der dortigen Kathedrale noch stets bewundert werden kann. Nach dem Erlöschen des Geschlechtes in der holländischen Bürgermeisterfamilie Van der Does hat diese durch König Wilhelm I. der Niederlande 1827 die Erlaubnis erhalten, ihrem Namen das Wort „Schuyl“ voranzustellen. Somit wurde neben Kettenis und Eynatten noch ein weiterer uralter Geschlechtsname aus der limburgischen Bank Walhorn am Leben gehalten.


70. 271 Jahre alte Bergkapelle

Im Jahre 1983 blickte Leo Kever in seinem „Alt-Eupener-Bilderbogen XV“ auf 271 Jahre Bergkapelle zurück:

Die Bergkapelle zum hl. Johannes Baptist, um Schnittpunkt der Ober- und Unterstadt gehört seit 1872 zur St. Josefs-Pfarre, sie hat aber schon vorher 160 Jahre „gemäß Lage und Bestimmung den damaligen Einwohnern des hiesigen Pfarrbezirks als besonderes Gotteshaus gedient“.

Schon vor dem Bau der Bergkapelle hatten die Anwohner des Bergviertel ihr eigenes, wenn auch sehr kleines Kapellchen; dasselbe war auch bereits mit einer kleinen Glocke versehen. Ein Vertrag vom 12. Juli 1712 zwischen Pfarrer Henreco und den Einwohnern dieses Eupener Viertels vor Notar Düts sah den geregelten Ablauf des Bauvorhabens einer neuen Kapelle vor. Abt Heyendal legte den Grundstein, und nach fünf Monaten Bauzeit stand bereits die neue Bergkapelle. Am 27. Dezember wurde in derselben die erste hl. Messe gelesen. 1727 wurde die Bergkapelle vergrößert und am 24. Oktober 1729 unter entsprechenden Feierlichkeiten wurde die Kapelle nebst Altar zu Ehren des hl. Johannes des Täufers und des hl. Joseph durch den Lütticher Weihbischof Johannes Baptist Gillis konsekriert.

Den Verantwortlichen der Bergkapelle, und ganz besonders den Anwohnern des Bergviertels, kann man bescheinigen, dass sie durch ihren uneigennützigen Einsatz alles tun und selbst kein finanzielles Opfer scheuen, um ihr Gotteshaus in einem Bestzustand zu erhalten.

 

Die zwischen 1884 und 1886 errichtete Kreuzgruppe mit Jesus, Maria und Johannes dem Evangelisten ist ein Werk des Aachener Bildhauers Venth. Venth schuf auch die holzgeschnitzten und bemalten Figuren der Mutter Gottes und des hl. Joseph in der Nisperter Kapelle. Über den Bau der Kreuzgruppe schreibt Pfarrer J.G. Heinen in seiner Pfarrgeschichte: „In den Jahren 1884-1887 wurden an der äußeren Chorwand eine Anlage geschaffen und ein Denkmal der Frömmigkeit errichtet, welche gleichmäßig der Stadt zur Verschönerung wie den Gläubigen zur Erbauung gereichen. Die alte und in Verfall geratene Kreuzgruppe (Maria und Johannes Evangelist auf Holz gemalt) ist durch eine neue, in künstlerischer Vollendung von Bildhauer Venth – Aachen gemeißelt, ersetzt, vor derselben eine durch Mauerwerk gebildete, stilgerecht von steinernen Ecksäulen und eisernen Gitter eingefriedete Terrasse zur Andachsstätte eingerichtet und das Ganze noch weiter ausgestattet bzw. verschönert worden (Kostenpreis ca. 6000 Mark)“.

Dieser schöne Terrassenvorbau mit der Kreuzgruppe, dem kunstvoll geschmiedeten Eisengitter, seinem Baldachin und den Laternen trägt am Postament folgende lateinische Inschrift: „Et figiem Christi, si transis, pronus honora; Non tamen effigiem, sed quem designat, adora“. In der Übersetzung heißt diese Inschrift: „Gehst du vorüber, so ehre gebeugt des Gekreuzigten Bildnis. Nicht indessen das Bild, vielmehr den Gekreuzigten bet‘ an“.

24 Vereine beteiligten sich am 3. Oktober 1886 an der feierlichen Einsegnung durch Pfarrer Richartz; die Festpredigt hielt Pater R. Gossen: Wir predigen Christentum, den Gekreuzigten. Über diese Feier schreibt Pfarrer Heinen: „In dem Vertrauen, dass dies zur Hebung des kirchlichen Lebens nicht wenig beitragen werde, hat Erzbischof Philippus einen Ablass von 40 Tagen für das Beten von drei Pater und Ave bewilligt.“

Inmitten der 1938 durch den Verschönerungsverein errichteten parkähnlichen Anlage mit seinen vielen Polyantharosen und schönen Grünsträuchern erkennt man jetzt schon bei Herannahen die Kreuzgruppe an der Bergkapelle. Sie ladet die Passanten zu einer kurzen Betrachtung und einem Gebet ein.


82. Bergkapelle St. Johannes Baptist als Bau- und Kunstdenkmal

Um den Bewohnern des Haasviertels eine bequemere Möglichkeit zum Besuch des sonntäglichen Gottesdienstes zu verschaffen, und den weiten Weg nach St. Nikolaus am Marktplatz zu ersparen, wurde 1692 mit dem Bau einer Kapelle „an der Düvelscheid“ begonnen, ungefähr an der gleichen Stelle, wo später das Jugendheim (heute ‚La Rocca‘) entstand. Aus nicht mehr ersichtlichen Gründen konnte der Bau aber nicht vollendet werden; er wurde schließlich wieder abgetragen. Nach vielen Bemühungen entschloss sich 1712 die kirchliche Behörde, die geplante Kapelle im Bergviertel zu errichten und das dort stehende aus dem 15. Jh. stammende Kapellchen durch einen größeren Bau zu ersetzen. Da alle Anwohner des Bergviertels sich vertraglich zum Aufbau und zum Unterhalt des neuen Gotteshauses verpflichteten, war das Werk in kürzester Zeit vollendet, und wenige Tage vor Jahreswechsel, am 27.12.1712 konnte der erste Gottesdienst stattfinden.

Schon 1729 musste der zu klein angelegte Bau um ein Joch nach Westen vergrößert werden. Eine durchgreifende Umgestaltung und Ausarbeitung im romanischen Stil fand in den Jahren zwischen 1867 und 1882 statt. Aus dieser Zeit stammt die Schließung des Einganges an der Haasseite neben der Sakristei, und die Anlage des heutigen zu einem neo-romanischen Portal gestalteten Haupteinganges. Dem Haas-Eingang neben der Sakristei wurde ein Anbau vorgesetzt, und dieser nach Erweiterung des Durchlasses im Mauerwerk in den Sakralraum einbezogen. Die letzte umfassende Restaurierung, die den Innenraum von allen noch verbliebenen romanisierenden Zutaten und der bunten Farbgebung befreite, ist 1961 durchgeführt worden.

Im Rahmen der 300-Jahr-Feier 2012 wurde die weitere Umgestaltung des Innenraums in Angriff genommen: der Fußboden wurde auf ein einheitliches Niveau angehoben, die Bänke teilweise durch eine Bestuhlung ersetzt, die Kommunionbank versetzt, ein mobiler Altar geschaffen, der die Nutzungsmöglichkeiten des Kirchenraums sowohl im liturgischen wie im kulturellen Sinne verbessert, die Kreuzwegstationen restauriert und in den Chorraum gebracht sowie eine Ausstellungsinfrastruktur mit entsprechender Beleuchtung installiert.

Die herrlich gelegene Bergkapelle ist in Mauerwerk aus unregelmäßigen Bruchsteinen errichtet. Oberhalb des dreiseitig abschließenden Chores sitzt ein kleiner Dachreiter, bekrönt von schmiedeeisernem Kreuz mit Wetterhahn des 18. Jh. Die rundbogigen Fenster an Chor und Längsseiten weisen verschiedenartige Rahmungen aus Blaustein auf. Zum Bergabhang an der Südseite, d.h. zur Haas hin, sind Sakristei und der erwähnte Anbau zugefügt.

Oberhalb des 1879 im romanischen Stil erbauten Einganges sind im Mauerwerk einige Wappen- und Inschriftsteine eingelassen. Es handelt sich um die Wappen der Familien Schuyl (links) und de Berghe-de Trips (rechts), die in der Walhorner Gegend bedeutende Güter besaßen. An den ersten Bau der heutigen Bergkapelle erinnert der Hinweis: JESVS MARIA JOSEPH – REAEDIFICATVM ANNO 1712. Die Forschung streitet über die richtige Lesart der Inschriften seitlich der Wappensteine, die nach allgemeiner Ansicht als eine Zeile zusammenzufassen sind und somit lauten: „ANNO 1599 ANTIQVVM RENOVATVM ET DILATATVM EST“. Daraus ergibt sich der einzige Hinweis auf eine schon 1599 an dieser Stelle vorhandene, erneuerte und erweiterte Kapelle, eine Stiftung der genannten Familien.

An der Außenwand des Chores wurde 1885 eine fast lebensgroße Kreuzigungsgruppe aufgestellt, ein Werk des Bildhauers G. Venth aus Aachen. Sie zeigt die dramatische Szene in der ruhigen, unpathetischen Auffassung der romantischen Epoche. Der Standort wurde terrassenförmig mit Freitreppen ausgebaut, erhielt ein Schutzdach und ein fantastisches schmiedeeisernes Abschlussgitter. Trotz räumlicher Enge ist es die schönste Kalvariengruppe im Stadtgebiet.

Der einschiffige Innenraum hat abgeflachtes Tonnengewölbe, das wahrscheinlich die ursprüngliche Falchdecke ersetzt. Einfache mit Profilleisten belegte Pilaster gliedern die schmucklosen Innenwände. Sie laufen in schlichte, leicht vorgekragte Kapitelle aus, die das Profilgesimse am Gewölbeansatz durchbrechen. Vermutlich haben Einwölbung und Belebung der Mauerflächen durch Pilaster schon im frühen 19. Jh. stattgefunden.

Von der alten Ausstattung wurden 1961 nur wenige Einzelstücke übernommen:

Statue des hl. Johannes des Täufers, Eichenholz geschnitzt, um 1875; diese etwas hausbackene Figur zeigt den Vorläufer Christi und Patron der Kapelle in fußlangem Büßergewand und großzügig drapiertem Mantel. Die rechte Hand weist auf das mit der Linken gehaltene Agnus-Dei-Medaillon.

Pieta, um 1875 im seitlichen Anbau aufgestellt, eine werkgetreue und maßstabgerechte Kopie des berühmten Bildwerkes von Wilhelm Achtermann, in München gekauft.

14 Kreuzwegstationen, Öl auf Leinwand, verkleinerte Kopien der Originale des Josef von Führich, um 1875 angeschafft und 1961 zu 2 gerahmten Bildfolgen angeordnet, 2012 im Chorraum angebracht.

Aus dem ehemals reichen Bestand an Paramenten sind zu erwähnen:

Kasel, grüne erneuerte Seide, Samtkreuz mit alter Silberbrokatstickerei von etwa 1700; am unteren senkrechten Kreuzbalken eine Kombination aus mehreren Stifterwappen, darunter das Wappen Klebanck.

Chormantel von etwa 1850 mit älterem Kragen; darauf in feiner Seidenstickerei Darstellung des segenspendenden Erlösers in der Mandorla zwischen Maria und Johannes Baptist. Das bis 1931 in der Chorapsis aufgetragene Fresko, 1880 von Malermeister Göbbels ausgeführt, war nach dieser Stickerei gearbeitet. Die Sakralgeräte werden im folgenden Artikel beschrieben...


83. Sakrale Goldschmiedekunst der Bergkapelle

Eine bemerkenstwerte Sammlung wertvoller und gediegener Sakralgeräte besitzt die Bergkapelle in Eupen. Dieses kleine, herrlich gelegene Gotteshaus, das auch eine interessante Baugeschichte hat, verdankt Eupen der Initiative und dem Opferwillen der Anwohner des Bergviertels und der Unterstadt. Im Jahre 1712 erlangten sie nach vielen Eingaben und Demarchen bei den zuständigen kirchlichen Behörden die Genehmigung zum Bau einer Kapelle auf dem Berg. Bewundernswerte Opfer hat diese kleine Einwohnergruppe Eupens für „ihre“ Kirche seit deren Bestehen gebracht.

Unter den Sakralgeräten ragt vor allem das herrliche Augsburger Ziborium hervor. Es handelt sich um die Stiftung einer Angehörigen der Eupener Patrizierfamilie Thymus, die in der Tuchfabrikation des 17. und 18. Jahrhunderts eine führende Rolle gespielt hat. Desweiteren finden wir ein Reliquiar in Kreuzform, 1923 aus einem nicht mehr verwendeten Versehkreuz hergestellt enthält es eine Reliquie des hl. Johannes des Täufers hinter dem abnehmbaren Agnus-Dei-Medaillon. Bei Versehgängen (Krankensalbungen) bewahrte man die Hostie im Gehäuse hinter dem Agnus Dei und das geweihte Krankenöl im zylindrischen Gefäß des Schaftes. Ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1923 berichtet, dass die Reliquie vom damaligen Erzbischof von Mecheln und Primas von Belgien 1843 aus Rom nach Belgien überführt wurde und ein paar Jahrzehnte später in den Besitz eines gebürtigen Eupeners kam, der die kostbare Reliquie der Bergkapelle in seiner Vaterstadt schenkte. Die Reliquie selbst ist ein Knochensplitter von etwa 2 mm Länge. Die Reliquie wurde jedes Jahr am 24. Juni, dem Fest der Geburt, und am 29. August, dem Fest der Enthauptung des hl. Johannes, ausgesetzt, außerdem am 2., 3. und 4. Adventssonntag während der hl. Messe um 7 und 10 und während der Andacht um 16 Uhr.

Ein Weihrauchschiffchen aus dem 18. Jahrhundert, ein Versehziborium aus dem 18. Jahrhundert, eine Pollengarnitur (Messkännchen, bei der Eucharistie verwendete Gefäße zur Aufnahme von Wasser und Wein) vom Ende des 18. Jahrhunderts, zwei Kelche aus dem 18. und 19. Jahrhundert, sowie eine Sonnenmonstranz vom Ende des 18. Jahrhunderts vervollständigen den „Kirchenschatz“ der Bergkapelle.

Die Informationen entstammen einem Artikel von Johann Cloot in Geschichtliches Eupen, Bd. VI (1972) der hier unten in voller Länge zu finden ist.


85. Artikel "Die Kapelle zum h. Johann Baptist auf dem Berg" aus Heinen's Pfarrgeschichte


132. Die Rückführung der Glocken nach dem Krieg

Am 19. April 1947 wurden die während des Krieges entfernten Glocken der verschiedenen Kirchen, soweit sie erhalten geblieben waren, an dieselben zurückerstattet. Aus diesem Grunde hatten die kirchlichen Behörden zu einer Feierstunde eingeladen. Hiernach wurden die Glocken in feierlichem Zuge zu ihren Pfarreien überführt, wobei die zuständigen Schützengesellschaften das Ehrengeleit stellten. Es war daher die Ehrenpflicht der St. Johannes-Schützen, die Glocke der Bergkapelle nach Hause zu bringen. Nach Beendigung der vor der Kapelle stattgefundenen Schlussfeier wurde der Präsident der St. Johannes-Schützen durch den zuständigen Pfarrgeistlichen aufgefordert, die Bergkapellenglocke durch einen kräftigen Schlag zum ersten Male wieder erklingen zu lassen. Diese symbolische Geste wurde durch die Anwesenden mit Beifall aufgenommen. Noch heute läutet die Glocke dreimal täglich zum Angelus-Gebet (um 7.00, 12.00 und 18.00 Uhr), zu den Gottesdiensten und als Totenglocke beim Ableben eines Einwohners des Bergviertels.


133. Die Vereine der Bergkapelle

(aus der Festschrift zur 250 Jahr Feier der Bergkapelle)

 

Folgende Vereine versammeln sich alljährlich zur feierlichen Messe für ihre lebenden und verstorbenen Mitglieder: Der Vinzenzverein; der St. Georg-Reit- und Fahrverein; die Sportvereinigung „Alliance Sportive“ und außerdem die Metzgerinnung. Zur Pflege des geselligen Lebens sind die Bewohner des Bergviertels durch die seit 1928 bestehende Gemeinschaft „Berger Block“ würdig vertreten. Darüber hinaus haben drei weitere Vereine einen besonders engen Kontakt zur Bergkapelle unterhalten.

An erster Stelle ist die St. Johannes-Bürger-Schützen-Gesellschaft zu nennen, deren Ursprünge auf das Jahr 1811 zurückgehen, zu einem Zeitpunkt also, da man sich anschickte, die Jahrhundertfeier des Gotteshauses festlich zu begehen. Christentum und Volkstum gehörten schon immer unlösbar zusammen.

So ist auch die Gründung der meisten Schützenvereine zu verstehen, die sich vorwiegend den Namen des Patrons jener Kirche zulegten, mit deren Geschick das Leben ihrer Mitglieder eng verbunden war. Da es sich hier meist um Bewohner des Bergviertels handelte, nimmt nicht wunder, dass sie den Namen St. Johannes Baptist wählten. An allen kirchlichen und weltlichen Feiern nimmt der Verein regelmäßig teil. Und noch immer wird das Patronatsfest in der Bergkapelle am Montag der Eupener Stadtkirmes mit gemeinschaftlichem Kirchgang bei klingendem Spiel gefeiert. Als kostbares historisches Vermächtnis hütet diese zweitälteste Schützengesellschaft Eupens ihre Königskette, die bis auf einige Plaketten unversehrt erhalten geblieben ist. Jeder Schützenkönig war laut Statut verpflichtet, für „Zwey Thaler Preuß. Courant“, die er für den Abschuss des Vogels erhielt, den Medaillons der Königskette ein neues hinzuzufügen, dessen Wert nicht unter, aber auch nicht über 2 Taler betragen durfte.

Der Katholische Jünglingsverein stand zur Bergkapelle ebenfalls in naher Beziehung. Von dem aus Kettenis stammenden Jakob Wintgens 1837 gegründet, hatte derselbe ursprünglich im Schilsweg und auf der Malmedyer Straße getagt. Infolge der großen Mitgliederzahl (ca. 230) wurde auf der oberen Neustraße das noch heute stehende Jünglingshaus erbaut und am 16. Juli 1871 feierlich eröffnet. Später kam der große Saal hinzu. Am 11. September 1887 feierte der Verein sein 50jähriges Jubiläum, auf das sich die Mitglieder mit achttägigen Exerzitien in der Kapelle vorbereiteten. Der monatlichen Kommunion in St. Nikolaus schloss sich nachmittags eine Andacht mit Predigt in St. Johann Baptist an. Insbesondere die Präsides und Vikare Leo Gilles und Johann Arnolds mühten sich um die Pflege dieser Tradition. Unvergesslich bleibt die Verschönerung des Gottesdienstes bei allen festlichen Anlässen, namentlich beim Hochamt am 1. Weihnachts- und Ostertag, die der Chor des Vereins vom 29. April 1874 bis zum tragischen Untergang im Sommer 1940 in selbstloser Weise übernahm.

Mehr noch als in den früheren Jahrzehnten ist seit dem letzten Krieg die Bergkapelle zur Vereinskirche der 1859 als Kath. Gesellenverein gegründeten Kolpingsfamilie Eupen geworden, deren Haus ja auch zum Bergviertel gehört. Ihre früheren Präsides und jetzigen Pfarrer Wallenborn (Aachen), Schmets (La Clous), Pirenne (Kettenis), Dohmen (Losheim) und Hilligsmann (St. Josef) hatten gleichzeitig als Vikare, die die Kaplanei auf der Judenstraße bewohnten, die Betreuung der Bergkapelle inne. Neben der gemeinschaftlichen Monatskommunion der Mitglieder finden dort zahlreiche religiöse Einkehrabende und Feierstunden statt, die eine Atmosphäre ehrwürdiger Überlieferung und verpflichtender Protektion geschaffen haben.

 

Lange Zeit stand die Bergkapelle auch der spanischen Bürgergemeinde für ihre kirchlichen Veranstaltungen als Treffpunkt zur Verfügung. Ein bis zweimal pro Jahr wird der Pöölchensverein aktiv der für das Schmücken der Straßen mit bunten Fähnchen zum Vorbeizug der Fronleichnams- und der Pfarrprozession sowie den Altarbau außerhalb der Bergkapelle zuständig ist. Gelegentlich wird diese Ehre auch besonderen (Jubel)Feiern zuteil.


134. Die Kgl. St. Johannes-Bürgerschützen-Gesellschaft Eupen

Die St. Johannes-Bürgerschützen-Gesellschaft, deren Ursprünge auf das Jahr 1811 zurückgehen, gaben sich zur Gründung den Namen des Patrons jener Kirche, mit deren Geschick das Leben ihrer Mitglieder eng verbunden war. Da es sich hier meist um Bewohner des Bergviertels handelte, nimmt nicht wunder, dass sie den Namen St. Johannes-Baptist wählten. Ähnlich geschah es ja auch im Ortsteil Nispert, dessen Kapelle demselben Heiligen geweiht ist. Während aber dort das Bogenschießen bis heutezu gepflegt wird, stellten sich die Bürgerschützen bereits 1834 auf Kugelschießen um. Große Volksfeste umrahmten einst ihre Veranstaltungen. Den letzten äußeren Höhepunkt erlebte die Gesellschaft anlässlich ihres 125jährigen Bestehens, das im Juli 1938 mit großem Aufwand nachgeholt worden war. Der Zweite Weltkrieg blieb nicht ohne Beeinträchtigung. Allen Unbilden zum Trotz konnte man sich dank der Treue der alten Mitglieder behaupten. Lange Zeit wurde das Patronatsfest in der Bergkapelle am Montag der Eupener Stadtkirmes mit gemeinschaftlichem Kirchgang bei klingendem Spiel gefeiert.

Die St. Johannes-Bürgerschützen-Gesellschaft ist die zweitälteste Schützengilde der Stadt Eupen. Die Pfarrgeschichte von J.G. Heinen bezeichnet als Gründungsjahr 1819. Die Inschrift auf der ersten Platte der Königskette „Der Anfang von uns war – im 1819 Jahr“, scheint dies zu bestätigen. Heute richtet man sich in der Gesellschaft nach einer mündlichen Überlieferung, die erzählt, dass schon einige Jahre vorher auf dem Berg der Vogel geschossen wurde, die aber auch ausdrücklich besagt, dass die St. Johannes-Schützengesellschaft schon eine Anzahl Jahre vor 1819 bestanden habe. Mithin ist das Jahr 1811 als Gründungsjahr anzunehmen.
Im Jahre 1834 verfasste man die ersten Statuten. Jedes neu aufgenommene Mitglied war verpflichtet, einen Taler Eintrittsgeld zu zahlen, ferner musste bei der Abmeldung ein Taler Austrittsgeld entrichtet werden. Auch sorgte das Statut dafür, dass die Versammlungen pünktlich begannen und einen harmonischen Verlauf nahmen. Wie genau es mit der Pünktlichkeit genommen wurde, geht daraus hervor, dass zu spät Erscheinende 3 ½ Silbergroschen in die Vereinskasse zahlen mussten. Auch wurde der Beschluss gefasst, eine Fahne anzuschaffen. Diese Fahne, die nach dem Ersten Weltkrieg dem damaligen Eupener Heimatmuseum als Leihgabe überlassen wurde, ist leider nach dem Zweiten Weltkrieg dort abhanden gekommen.

Die hauptsächlichsten Festlichkeiten des Jahres waren das Patronatsfest (mit einem gemeinsamen Kirchgang), Fronleichnams- und Pfarrprozession, der Königsvogelschuss und das Königsgeburtstagsschießen. Jedoch neben diesen wurde das Preisvogelschießen eifrig betrieben. Diese Schießveranstaltungen gestalteten sich oft zu einem wahren Volksfest. Während die Schützen dem Schießsport huldigten, wurden für die Kinder Spiele, wie Ballwerfen, Stangenklettern, Sacklaufen, Ringestechen und Topfschlagen durchgeführt. Für die älteren Leute war das Schinkenwerfen eine angenehme Unterhaltung. Auch die Tanzlustigen konnten unter den Klängen der „Evers‘schen Musik“ das Tanzbein schwingen.
Im Jahre 1882 erhielt die Gesellschaft eine neue Fahne. Sie wurde von der Bonner Fahnenfabrik zum Preise von 216,50 Mark geliefert. Auf der ersten Seite der Fahne befindet sich das Bildnis des hl. Johannes Baptist und auf der anderen Seite der deutsche Aar. Die Fahne wurde geweiht am 10. April 1882 anlässlich einer Nachfeier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs in der Bergkapelle. 82 Jahre hat sie, über zwei verheerende Kriege hinweg, treu gedient, bevor sie durch ein neues Banner abgelöst wurde.

Vom 13. bis 20. August 1911 beging die Gesellschaft in festlicher Weise ihr 100jähriges Bestehen. Mit dieser Feier war ebenfalls ein internationaler Schießwettstreit verbunden. Dieses Jubelfest war ein großer Erfolg für die Gesellschaft. Der Festzug, bestehend aus über 40 Vereinen nebst zahlreichen Musikkapellen, bot ein prächtiges Bild und war der beste Beweis dafür, welcher großen Beliebtheit sich der Jubelverein erfreute. Auf der Festwiese hielt Herr Toussaint, als ältestes Mitglied der Gesellschaft die Begrüßungsansprache. Er schloss mit einem Hoch auf S. Majestät den deutschen Kaiser und S. Majestät den König der Belgier.
Der erste Weltkrieg legte das Vereinsleben lahm, denn alle wehrfähigen Schützen standen unter den Waffen. Nur einer kehrte nicht wieder: Johann Güsken. Nach Beendigung des Krieges traten dann verschiedene Getreuen wieder zusammen und riefen die Gesellschaft ins Leben zurück. Im Jahre 1930 trat für den Verein eine neue Krise ein, die bis zum Jahre 1936 anhielt. Die Mitgliederzahl sank immer mehr und es blieben schließlich noch 16 Mann übrig. Ab 1936 begann für die Gesellschaft eine neue Zeit. Durch Einladungen waren die Schützenfreunde Eupens, vor allem aber die Anwohner des Bergkapellviertels, zu einer Versammlung im Vereinslokale Rudi Delhaes zwecks Auffrischung der Gesellschaft eingeladen worden. Sehr zahlreich war man diesem Rufe gefolgt und auf dieser ersten Versammlung, die am 17. Juli stattfand, wurden bereits 15 neue aktive Mitglieder aufgenommen. Als Hauptveranstaltungen wurden der Oster-, Herbst- und Königsvogelschuss festgesetzt. Ferner wurde das Preisvogel- und Übungsschießen intensiver betrieben. In Ermangelung eines geeigneten Schießgeländes in der Nähe des Bergkapellviertels werden die Vogelschüsse bei Herrn Karl Lentz, Oestraße, abgehalten. Da gerade der Sport dazu angetan ist, die Kameradschaft zu fördern, so herrscht in den Reihen der Schützen ein echt kameradschaftliches und geselliges Zusammenleben.

Ihre Hauptaufgabe sieht die St. Johannes-Bürgerschützen-Gesellschaft darin, die Interessen der Bergkapelle und des damit verbundenen Bergkapellviertels wahrzunehmen. Keine Gelegenheit wird sie vorübergehen lassen, die wirtschaftlichen und geselligen Verhältnisse ihres Reviers zu fördern.
Anlässlich ihres 125jährigen Bestehens veranstaltete die Gesellschaft im Jahre 1938 und zwar am 2. und 3. Juli einen großangelegten Schießwettstreit, der einen glänzenden Verlauf nahm. Sonntag, den 3. Juli, fand ein feierliches Hochamt statt, während nachmittags nach Kredenzung eines Ehrenweines an die Präsidenten und Könige der Festverein durch zahlreiche Gastvereine und Musikkapellen zur Festwiese „Oben im Knetschborn“ geleitet wurde. Das Wettschießen auf allen Stangen wurde bis zum 17. Juli fortgesetzt.
Die traditionellen Oster-, Herbst- und Königsvögel wurden bis zum Jahre 1942 regelmäßig geschossen. Von diesem Zeitpunkt an ebbte das ganze Vereinsleben infolge kriegsbedingter Maßnahmen immer mehr ab. Erst im Jahre 1946 wurden wieder die alten Bräuche aufgenommen.
Am 18. August 1962 wurde ein neuer Schießstand eingeweiht. Auf dem ehemaligen Kranz‘schen Fabrikgelände in der Oe, das in bereitwilliger Weise von den Eupener Kammgarnwerken zur Verfügung gestellt wurde, entstand ein ideales Schießgelände. Im Dezember 1962 jährte sich zum 250. Male der Tag an dem die Bergkapelle dem hl. Johannes Baptist geweiht wurde. An den schlichten Feierlichkeiten zum Gedenken dieses Tages nahm die Gesellschaft regen Anteil.
Im Jahre 2011 feierten die St. Johannes-Bürgerschützen ihr 200jähriges Bestehen gemeinsam mit den 50 Jahre jüngeren Josef-Schützen.


136. Kirchenfenster der Bergkapelle

Von den 1877 eingebauten, 1944 zerstörten Fenstern ist nur die Darstellung der Taufe Christi in der Westwand unter der Empore übriggeblieben. Das Fenster wurde nach einer Zeichnung des Malers Göbbels von der Glaserwerkstatt Dr. H. Oidtmann in Linnich angefertigt und trägt die Inschrift “Dieses ist mein geliebter Sohn”. Die beiden Chorfenster entstanden in den Jahren 1947 bis 1955 in der Glaserwerkstatt O. Condez nach Vorlagen von J. Louis. Das linke Fenster, mit Johannes dem Täufer am Jordan, trägt die Inschrift “Geschenk der Familie Nikolaus Kaiser”. Das rechte Fenster mit der Flucht nach Ägypten ist als “Geschenk der Familie Johann Pankert” ausgewiesen. Die sieben Fenster des Kirchenschiffs stammen ebenfalls aus den Jahren 1947 -1955. Gleichbleibend dekorativ, zeigen sie im oberen Drittel ihrer Fläche die sieben Sakramente und zwar auf der linken Seite, von unten nach oben, die Eucharistie (“Cibus Viatorum”- Wegzehrung), die Firmung (“Confirma Hoc”- Bestätige dies) sowie die Taufe (“Renatus”- Du bist wiedergeboren) und auf der rechten Seite, von oben nach unten, die Beichte (“Pax Tibi”- Der Friede sei mit dir), die Krankensalbung (“Indulgeat Dominus”- Gott möge sich deiner erbarmen), im Seitenkapellchen die Priesterweihe (“Ad Deum”- Zu Gott) und schliesslich die Ehe (“Deus Conjunxit”- Gott hat verbunden). Sie stammen aus der Werkstatt Vitraux d’Art Osterrath in Tilff bei Lüttich.


150. Die Bergkapelle
In der St. Nikolaus-Pfarrkirche und der Klosterkirche hatte Eupen zwei geräumige Gotteshäuser. Jedoch auch jetzt noch waren nicht alle Wünsche erfüllt. Die Einwohner des Wesertals und des Bergviertels beklagten sich darüber, dass sie den weiten und bei schlechter Witterung sehr unbequemen Weg nach St. Nikolaus machen mussten. Darum beschloss man im Jahr 1688, unter der Düvelscheidt (Malmedyer Straße) eine Kapelle zu errichten. Sie wurde jedoch nie vollendet. Nachdem der Bau bis zum Dach aufgeführt war, ruhte die Arbeit; aus welchen Gründen dies geschah, ist unbekannt.
Man schlug dann vor, das neue Gotteshaus im Bergviertel zu errichten. Dort stand nämlich schon ein kleines Kapellchen, das vermutlich aus dem 15. Jahrhundert stammte. Am 12. Juli 1712 wurde zwischen den Einwohnern des Viertels und Pfarrer Henrico ein Vertrag geschlossen, in dem die Einwohner sich verpflichteten, die Kapelle zu erbauen, mit allem Nötigen auszustatten und allzeit instand zu halten. Henrico dagegen versprach, einen Seelsorger anzustellen. Schon nach 5 Monaten stand der Bau, in dem am 27. Dezember 1712 die erste Messe gefeiert wurde.
Die Kapelle erwies sich bald als zu klein. Darum verlängerte man 1729 das Kirchenschiff. 1755 wünschten die Bewohner von Wesertal und Bergviertel – es gab in diesem Bereich über 400 Haushaltungen in 308 Häusern – an Sonn- und Feiertagen noch eine zusätzliche Messe und erklärten sich bereit, für den diensttuenden Priester eine Rente zu stiften.
Die Konsekration der Bergkapelle fand statt am 14. Oktober 1729.