Geschichte(n) aus dem Bergviertel

98. Hausweber im Bergviertel

Begonnen hatte die Eupener Tuchmanufaktur mit der Zuwanderung flämischer Weber im 14. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert bestand der Hauptgewerbebetrieb in Eupen noch in der Tuchfabrikation. Ende 1852 gab es in Eupen 22 Wollspinnereien mit 781 Arbeiter, sowie 21 Tuchfabriken mit 2891 Arbeitern. Daneben blühte die Hausweberei, in der man 1060 Webstühle zählte.

Um 1880 gab es in unserer Stadt noch fast 900 Hauswebstühle. Diese wurden in den gewerblichen Anlagen der Oberbürgermeisterei Eupen erfasst, mit den Namen der Hausweber und, straßenweise geordnet, die Anzahl ihrer Webstühle. Sie waren die letzten Eupener Hausweber, denn die Umstellung von der Handweberei zum Maschenbetrieb war 1890 so gut wie vollendet. Ob in seinem jetzigen Wohnhaus noch vor 125 Jahren ein oder mehrere Webstühle standen oder seine Vorfahren noch „op gen hölte Katto“ gesessen haben, dürfte manch einen interessieren. Auch gibt die Auflistung hier unten einen Aufschluss darüber, wie die Straßen(namen) des Viertels entstanden und wie viele Häuser Ende des 19. Jh. im Bergviertel standen.

Bis um die Jahrhundertwende waren die Eupener Tuchmacher Heimarbeiter gewesen; sie arbeiteten eigenständig und handwerklich, erhielten für ihre hergestellte Ware einen Stückpreis, und die Handwebstühle waren ihr persönliches Eigentum. Der Übergang vom häuslichen zum industriellen Weben in der Fabrik vollzog sich in Eupen verhältnismäßig langsam. Nach einer Statistik aus dem Jahre 1880 standen im Regierungsbezirk Aachen 9685 mechanischen Fabrikwebstühlen nur noch 1934 Hand- und Hauswebstühle gegenüber, der größte Teil davon im Kreis Eupen. Doch aufzuhalten war der technische Fortschritt nicht, denn die neuesten Fabrikwebstühle arbeiteten schon 1880 fünfzehnmal schneller als der Hand- und Hauswebstuhl.

 

Die letzten Eupener Hausweber im Bergviertel (die Zahl vor dem Namen bezeichnet die Hausnummer im Jahre 1880; die Zahl hinter dem Namen die Anzahl seiner Webstühle) :

 

Die Bergstraße

Am Straßenverlauf der Bergstraße änderte sich in den vergangenen 125 Jahren nichts: sie begann 1880 im Anschluss an die Kirchstraße beim Eckhaus Goor (jetzt abgebrochen) und endete an der Bergkapellstraße beim Haus Michel. Die linke Straßenseite begann beim Eckhaus Klötzerbahn und endete beim Eckhaus Judenstraße. 128 Häuser standen 1880 zu beiden Seiten der Altstadtstraße, 68 an der rechten und 60 an der linken Seite. 20 Hausweber wohnten in 13 der Häuser und 45 Kattos standen insgesamt in diesen Häusern an der Bergstraße:

41 Kriescher Jacob 1 / Raumanns Mathias 2 / Nahl Mathias 3 / 73 Schwartzenberg Nicolaus Witwe 1 / Geschwister Weynandts 2 / Haut Gustav 2 / 64 Toussaint Leonhard 1 / 95 Brüll Leonhard Witwe 3 / 70 Lüchem Leonhard 4 / Vanderath Egidius 3 / Breuer Joh. Michael 1 / 72 Breuer Arnold Witwe 3 / 74 Degueldre Joseph 2 / Brüll Hermann Witwe 3 / 76 Kelleter Math. 1 / 101 Reul Wihl. 3 / 103 Pesch Joseph 2 / 94 Mommer Robert 2 / Fett Adolph 2 / Rousch Heinrich 2 / 98 Vandersander Johann Peter 2.

 

Die Judenstraße

47 Häuser zählte die Judenstraße von 1880, in 11 Häusern befanden sich insgesamt 31 Hauswebstühle:

4 Schmitz Heinrich 4 / Jerusalem Egidius 2 / 20 Voss Peter 6 / 28 Reinartz Franz 1 / 30 Hausmann Peter 2 / 57 Schmitz Leonhard Michael 2 / 47 Bossen Aug. 1 / 39 Creutzer Jos. 1 / 37 Scholl Franz 1 / Wittekind Joseph 3 / Delhaes Martin 5 / 53 Schwitzer Johann 1 / 31 Baltus Peter 2.

 

Bergkapellstraße

Dem Namen nach war die Straße 1880 kaum 7 Jahre alt; bis 1873 hatte das Altstadtviertel die Bezeichnung „in Tebaten“ getragen. 43 Häuser säumten die beiden Straßenseiten (einschließlich St. Johannes Kapelle). In 8 Häusern standen ein oder mehrere Hauswebstühle:

58 Hohn Peter 2 / 52 Schloßmacher Lambert 2 / Schmitz Leonhard 2 / Krickel Nicolaus 2 / Jansen Hubert 1 / 32 Heeren Mathias 2 / Müller Joseph 1 / 30 Mostert Johann 1 / 26 Brüll Joh. Peter 2 / Carls Joseph 1 / 28 Bodem Heinrich 3 / 16 Drouven Hermann 1 / 6 Ortmann Wilhelm 2.

 

Die Edelstraße

Auch diese Straße trug ihren neuen Namen erst seit 7 Jahren; bis dahin hieß es in alten Grundbüchern schon seit dem 16. Jahrhundert immer nur „Ässel, in den Esel“ für den alten Eupener Ortsteil und den Verbindungsweg von der Judenstraße zur Haasstraße. 6 Häuser standen 1880 an der rechten und 12 Häuser an der linken Straßenseite. Die Häuser an der rechten Seite waren von 1 bis 11 und an der linken Seite von 2 bis 18 und von 24 bis 30 numeriert. Wir treffen in 7 Häusern der Edelstraße insgesamt 14 Hauswebstühle an:

24 Dohm Peter Joseph 2 / 16 Wertz Hubert 2 / 8 Schmitz Ernst 3 / 6 Michel Nicolaus 2 / 4 Schmitz Hubert 2 / 1 Klerx Thomas 1 / 11 Merlotte Heinrich 1 / Jäger Leonhard 1.

 

Haasberg

22 Häuser standen 1880 im Haasberg und in 5 Häusern befanden sich Hauswebstühle:

6 Pelzer Simon 2 / Bohn Heinrich 2 / 4 Dahlen Nic. 1 / Jansen Frant 2 / Klever Nicolaus 1 / 3 Klerx Thomas 1 / 1 Bodem Peter 1 / Plumanns Leonhard 1.

 

Rotenberg

Eine durchgehende Straße wurde der kleine Weg von Stockem über den Bach und das Etterstental hinauf zum „roten Berg“, auf dem seit dem 18. Jahrhundert das Waisenhaus thronte, erst im Jahre 1875. Oberbürgermeister Peter Becker hatte durch Erdanfüllung von 1870-1875 die neue Straße schaffen lassen. Die einzige alte Besiedlung des Rotenberg bestand daher 1880 nur aus den Häusern am oberen „roten Berg“. Es waren allerdings von Stockem her gesehen, damals an der rechten Seite 17 Häuser, wovon das Waisenhaus die Hausnummern 7-9 und ein Spritzenhaus der Feuerwehr die Hausnummer 5 trugen. An der linken Straßenseite standen 20 Häuser, so dass die „Rothenbergstraße“ von 1880 insgesamt 37 Häuser zählte. In fünf dieser Häuser finden wir zusammen 11 Hauswebstühle vor:

29 Mostert Nicolaus Joseph 3 / 22 Janssen Egidius 1 / 16 Dürnholz Jacob 2 / 8 Neumann Heinrich 3 / 5 Krott Thomas Witwe 2.

 

Der Olengraben

17 Häuser an der rechten Straßenseite (vom Rotenberg her) und 5 Häuser an der linken Straßenseite weist der Olengraben von 1880 auf. Fünf Hausweber besitzen hier in vier Häusern zusammen 10 Hauswebstühle:

5 Kreuer Peter Nicolaus 3 / Weinberg Franz Hubert 2 / 9 Brüll Anton 2 / 11 Merlotte Lambert 2 / 19 Mattar Gerhard 1.

 

Die Neustraße

Schon 61 Häuser zählt 1880 die erst am 10. Mai 1846 feierlich dem Verkehr übergebene „neue“ Eupener Straße zu ihren beiden Straßenseiten. Es waren moderne und für die damaligen Begriffe prächtige Häuser, die in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts dort entstanden. Kaufleute, Ärzte und Fabrikanten bewohnten sie. Für einen armen Hausweber und sein Weberstübchen war hier nicht der geeignete Ort. Wir treffen daher die Eupener Hausweber in dieser Straße nur im oberen Teil der Straße, der schon früher besiedelt war, an. Es sind dies die Häuser Baltus an der linken Straßenseite (mit Toreinfahrt und Hinterbauten) und das Haus oberhalb der „evangelischen Schule“ (später franz. Schule). Nur in vier Häusern der Neustraße ratterten ein oder mehrere Webstühle:

86 Merlotte Johann 2 / 66 Hermanns Lorenz 3 / Decker Peter 1 / 64 Roderburg Heinrich Hubert 4 / Klerx Wilhelm 2 / 58 Gielen Carl 1.

 

Am Berg

Die seitlich der Bergstraße gelegene Straße „Am Berg“, im Volksmund „bate gen berrech“ genannt, wies im Jahre 1880 einen Bestand von 37 Häusern auf. 7 Hausweber wohnten dort und besaßen insgesamt 11 Webstühle:

44 Jansen Johann Hubert 1 / Allemand Egidius 1 / 52 Laps Johann Joseph 1 / 32 Assent Nicolaus 2 / 26 Honds Nicolaus 1 / 24 Vanerk Math. Jos. 1 / 18 Jost Mathias Joseph 4.

weitere Geschichte(n) aus dem Bergviertel finden sie im Archiv...


Termine

Sa. 20.10.  15.00 Uhr  Nacht der offenen Kapelle - bis 23.00 Uhr

Mi. 24.10.  15.00 Uhr  Herbstviertelcafé im AZ Ephata

Mo. 29.10.  19.00 Uhr  Vorstellung Lectio Divina in der Bergkapelle

Di. 30.10.  19.00 Uhr  Kapellenkomitee + Viertelkomitee im AZ Ephata

Sa. 10.11.  11.30 Uhr  Viertelsäuberungsaktion - Treffpunkt:  AZ Ephata


Projekt Viertelgarten läuft an

Im Park Loten haben die Arbeiten zur Errichtung des Viertelgarten endlich begonnen! Demnächst kann also mit der Einsaat gestartet werden. Die Stadt Eupen stellt den bisher eingeschriebenen Viertelgärtnern kostenlos Saatgut zur Verfügung.

Am Samstag, dem 11. August um 10.00 Uhr soll der Viertelgarten feierlich seiner Bestimmung übergeben werden. Dazu sind alle Teilnehmer des Projekts eingeladen.


Weiße Tafel im Bergviertel

 

Am Samstag 23. Juni wurde in Eupen zur inzwischen sechsten Auflage der „Weißen Tafeln“ geladen. Insgesamt 33 Straßen kamen dem Aufruf nach und freuten sich auf das alljährliche Beisammensein mit der Nachbarschaft.

Für das Bergviertel wurde eine weiße Tafel an der Pferdetränke aufgebaut. Rund 30 Anwohner aus dem Viertel starteten bei Sonnenschein ein gemütliches Beisammensein rund um den altehrwürdigen Brunnen, der wiederum gute Dienste zur Kühlung der mitgebrachten Getränke leistete. Für die Kinder wurde der Parkplatzbereich zur Sicherheit abgesperrt, so dass sich vielfältige Möglichkeiten zum Spielen boten und für die Erwachsenen gab es Public Viewing in einem benachbarten Privathaus.

Wie immer war die Weiße Tafel im Bergviertel sehr bunt, was die Herkunft der Teilnehmer aber auch das Speisenbüffet betraf. Zahlreiche Anwohner lernten sich (besser) kennen, so dass die Initiative ein voller Erfolg für das Zusammenleben im Viertel war.


 

Artikel der Aachener Kirchenzeitung aus dem Jahr 2017 :


Projekt Viertelkompost in den Startlöchern

 

In Kürze startet auch im Bergviertel das Projekt Viertelkompost. In Zusammenarbeit mit der Stadt Eupen und der VoG BISA wurde im Park Loten eine Kompostierungsanlage errichtet, um allen Anwohnern im Viertel eine Möglichkeit zum Kompostieren ihrer Küchenabfälle zu bieten. Dies entspricht etwa 30 % des Gewichts eines grünen Müllsacks. Auf den Komposthaufen können Obst- und Gemüseschalen, Eier- und Nussschalen, Kaffeesatz, Küchenpapier, welke Blumen... entsorgt werden. Dieses Viertelprojekt basiert auf der Einbindung der Anwohner, die den fertigen Kompost auch nutzen dürfen, u.a. auf dem direkt angrenzenden Viertelgarten.

Weitere Viertelkompostanlagen entstehen im Ostpark und im Park Klinkeshöfchen. Die Einweihung der Anlage im Park Loten findet am Samstag, dem 2. Juni um 11.00 Uhr. Dort kann man sich dann auch gleich für die Mitnutzung des Viertelkompost einschreiben!


Die 'Unvollendete' wurde vollendet!

 

Im Rahmen des Projekts "Aktiv Partizipieren in der Euregio" (APE) wurde im Juli 2014 mit Überlegungen für die Aufwertung des Parks Loten und des Bergviertels im Allgemeinen begonnen. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen aus dem Bergviertel, dem Sozialbetrieb Work & Job und Jugendlichen aus Eschweiler wurden Ideen gesammelt, was man unternehmen oder gestalten könnte, um die Begegnungsmöglichkeiten und damit die Beziehungen vor Ort zu verbessern.

Neben den Tipi-Zelten, die bereits im Oktober 2014 im Park Loten und gegenüber der Bergkapelle errichtet wurden, war ein Projekt die Schaffung einer Mosaikbank im Gaudi-Stil für den Park Loten. Als Standort wurde ein gemütlicher Aussichtspunkt im oberen Bereich des Parks ausgewählt, der bereits vor einigen Jahren im Rahmen eines Blumenwettbewerbs vom Kgl. Gartenbauverein Eupen bepflanzt worden war. Seit der Errichtung des Betonfundaments wurde kontinuierlich mit Jugendlichen aus Eschweiler und Eupen, Kindern der Aufgabenschule und der Jugendgruppen, sowie mit Anwohner des Viertels und Ehrenamtlichen des Sozialen Treffpunkts an der künstlerischen Gestaltung der Bank gearbeitet. Verschiedene Elemente, die in den Mosaikarbeiten zu entdecken sind, dokumentieren diesen Prozess.

Rechtzeitig zur Sommersaison wurden nun die Arbeiten an der Mosaikbank (vorläufig) abgeschlossen und sie präsentiert sich derzeit in einem blendenden Zustand. Künftig soll sie Spaziergänger, Wanderer und Anwohner zum Verweilen einladen. Die (halb)kreisförmige Anordnung soll Gemeinschaftsgefühl und Kommunikation fördern. Sicher wird sie künftig auch als Ruhebank dienen, wenn der von der Stadt Eupen geplante Bewegungsparcours im Park Loten eingerichtet wird.


Startschuss zum Projekt Viertelgarten

 

Mit einem Infotreffen für alle Interessenten startete das Projekt Viertelgarten im Park Loten. In den Räumen des AZ Ephata wurden den zukünftigen Hobbygärtnern Ablauf und Regeln des Projekts vorgestellt. Schon im Juni soll es konkret werden. Jeder 'Gärtner' bzw. jede Familie erhält eine Parzelle von 15m² Fläche, die frei bepflanzt werden kann. Dabei werden heimische Pflanzen bevorzugt und auf Pestizide verzichtet. Die Stadt Eupen bereitet das Gelände vor, stellt Gartenwerkzeuge, Wasser und einen Viertelkompostbehälter zur Verfügung (der auf Anfrage auch von anderen Anwohnern genutzt werden kann). Im Vorfeld und während der Nutzung sollen Workshops und fachliche Beratung angeboten werden. Die Gebühr beträgt 30 Euro für ein Jahr, danach kann man entscheiden, ob man die 'Pacht' verlängern möchte oder die Parzelle jemand anderem überlässt. insgesamt 16 Parzellen sind in einer ersten Phase geplant, für die meisten davon gibt es schon Interessenten, so dass man sich beeilen sollte, wenn man noch mitmachen möchte (Anmeldung unter: 087/59.58.19)

Das Mitmachen steht ohnehin im Vordergrund dieser Viertelinitiative: gemeinsames Arbeiten, Austausch über den Gartenzaun hinweg, gemeinsames Feiern und die Sensibilisierung der Anwohner des Viertels sollen ein weiterer Beitrag für das Zusammenleben im Bergviertel sein...


Hilfe zur Selbsthilfe für Eupener Bergviertel

Das Eupener Bergviertel soll weiter dynamisiert werden und erhält dafür personelle Unterstützung. Für die Dauer von drei Jahren wird in der städtischen Verwaltung eine Halbtagsstelle geschaffen, die die Prozesse begleiten und damit auch vorantreiben soll.

Im Rahmen der jüngsten Stadtratssitzung wurde der Kooperationsvertrag zur Teilnahme an dem Interreg-Projekt N-Power (Neighbourhood-Empowerment) einstimmig genehmigt. Wie die Erste Schöffin Claudia Niessen (Ecolo) erläuterte, zielt das durch die Universität Lüttich geleitete Projekt auf die gemeinschaftliche Entwicklung neuer Konzepte für die Nachbarschaftspolitik mit Verwaltung, Politik und Bevölkerung und auf den Aufbau neuer Finanzierungswege für Nachbarschaftsprojekte ab. „Hier geht es beispielsweise darum, die Möglichkeiten aufzuzeigen, dass finanzielle Mittel nicht nur bei der öffentlichen Hand, sondern auch durch Sponsoring oder Crowdfunding aufgetrieben werden können“, präzisierte Niessen im Gespräch mit dem GrenzEcho. Neben Eupen sind Lüttich, Seraing, Genk, Verviers, Aachen und Heerlen mit konkreten Pilotprojekten vor Ort an Bord. Für das Bergviertel ist eine Neugestaltung des Parks Loten unter Einbindung der Nachbarschaft ins Auge gefasst: „Ob dieses Projekt schlussendlich auch verwirklicht wird, werden die Diskussionen zeigen müssen“, betont die Erste Schöffin den ergebnisoffenen Ausgang.

Mit dem SUN-Projekt hat man in der Unterstadt bereits positive Erfahrungen sammeln können.

Für die Dauer von drei Jahren wird – voraussichtlich ab Sommer – eine Person halbtags in der städtischen Verwaltung den Prozess begleiten. Das Gesamtbudget der Stadt Eupen beläuft sich auf 360.000 Euro. Aber: 50 Prozent trägt der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung, 40 Prozent die Wallonische Region, sodass insgesamt „nur“ 42.000 Euro die Stadtkasse belasten.

Mit dem SUN-Projekt hat man in der Unterstadt bereits durch die entstandene Vierteldynamik positive Erfahrungen sammeln können. Dieses hat Maßstäbe für weitere Projekte dieser Art gesetzt. Die Heterogenität mit seinen 50 verschiedenen Nationen stellt im Bergviertel eine große Herausforderung dar. „Es geht bei diesem Projekt um die nachbarschaftlichen Beziehungen, aber auch darum, die Politik und die Verwaltung mit dem Bürger in einen Dialog zu bringen“, so Niessen.

2012 hatte die Bergkapelle ihr 300-jähriges Bestehen gefeiert. Aus diesem Anlass hatte sich ein Komitee gebildet, das auch über dieses Jubiläum hinaus aktiv war. „Ehre gilt der Stadtverwaltung für die jahrelange Mitarbeit der Entwicklung des neuen N-Power-Projekts, das seit 2014 eine Menge Energie und Geduld gefordert hat, um endlich in einen Kooperationsvertrag einfließen zu können“, sagte Ecolo-Mandatar Achim Nahl vor der Abstimmung am Dienstag und zeigte sich ausgesprochen zufrieden: „Es besteht die Aussicht, durch das Projekt das Bestehende weiter zu entwickeln und auf eine breite Basis zu stellen.“ Das Bergviertelkomitee arbeite seit Jahren in Eigenregie daran, den Kontakt und den Zusammenhalt im Viertel zu fördern. Erste Initiativen waren Viertelcafés, das Sprachencafé, das Anlegen und die Pfege der öffentlichen Hochbeete, ein Filmprojekt, die Sauberhaltung des Viertels, … „Das alles in enger Verbindung mit dem Animationszentrum Ephata, dem Bergekapellenkomitee und der Kirchenfabrik und in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und dem Bauhof“, so Nahl, der dabei auch eine Erfahrung gemacht hat: „Trotz aller Aufrufe und Kontakte verbleibt die Arbeit in den Händen einiger weniger Ehrenamtlicher. Die Erfahrung zeigt aber auch: Sobald eine außenstehende Moderation hinzukommt, nimmt die Zahl der interessierten Teilnehmer kräftig zu. Externe Moderatoren haben eine größere Anziehungskraft und ‚Autorität‘, und sie haben die Mittel, um die Anliegen der Anwohner professionell aufzuarbeiten und darzustellen.“ Kommunikation und Mobilisierung mache man nicht nebenbei. Hier müsse ein Hauptverantwortlicher am Ball bleiben, besonders, wenn in einem Viertel so viele verschiedene Nationalitäten leben, die es auf unterschiedliche Weisen zu erreichen gilt, so Nahl. (Quelle: Grenz-Echo)


Begegnungsraum im Rahmen des Projekts 'Hallo Nachbar'

 

Liebe Anwohner des Bergviertels,

wie schon in der Bergviertel-News 12 angekündigt haben wir Ende Januar unser Projekt Hallo Nachbar gestartet. In unserem Viertel wohnen seit Jahren viele Zuwanderer. Ein gutes Miteinander ist nur über die Sprache möglich. Da können wir alle helfen!!!

Seit Ende Januar 2017 steht im AZ Ephata ein Begegnungsraum zu unserer Verfügung, in dem ein bis zweimal pro Woche alteingesessene Eupener und Zugezogene zusammenkommen können, um miteinander zu sprechen, um einander besser kennen zu lernen und für manche die Sprachkenntnisse zu verbessern; aber vielleicht entstehen daraus auch gemeinsame Interessen, wie Stricken oder Schach spielen, ein interkulturelles Kochatelier oder ein kleiner Sprachkurs ‚Deutsch als Zweitsprache‘…

Der Begegnungsraum ist ab dem 3. September wieder wochentags täglich von 15.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Die Erzählcafés oder Sprachkurse finden ab dem 3. September wieder montags und freitags von 16.00 – 18.00 Uhr statt. Sie sind ein Ort zum Austauschen, Spielen und Basteln, Kochen und Essen, Singen und Lachen…

 

Was braucht man dazu?

  • Nur Bereitschaft ein oder zweimal pro Woche etwas Zeit und Offenheit zu investieren.
  • Keine Ausbildung.

Wer bereit ist mitzumachen oder wer nähere Auskünfte haben möchte, kann sich im AZ Ephata telefonisch melden/kundig machen: Tel.: 087/56.15.10


Machbarschaften! – Aktiv in unserem Viertel

unter diesem Motto organisiert der Bürgerbeirat für nachhaltige Entwicklung in Kooperation mit den Viertel- und Dorfinitiativen in Eupen und Kettenis eine kleine Veranstaltungsreihe, die in loser Folge die verschiedenen Nachbarschaftsinitiativen besucht.

 

Am Mittwoch, dem 17. Mai durfte das Bergviertel Gastgeber sein und sein Viertel vorstellen. Bei herrlichem Sommerwetter wurde mit einem Spaziergang durch das Viertel gestartet. An frisch bepflanzten Hochbeeten vorbei ging es zum Gelände der ehemaligen Schule für französischsprachige Kinder, wo die Teilnehmer erfahren durften, dass dort demnächst ein großes Bauprojekt zur Erschließung des Geländes starten soll, welches mit 50-60 Wohneinheiten für eine stärkere Durchmischung der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen im Bergviertel sorgen soll. Die Pferdetränke, das Gebetshaus der muslimischen ACESE-Gemeinde, der Park Loten und die 'Begegnungszone' rund um das Pferd an der Bergkapelle waren die weiteren Stationen, wobei es unterwegs immer wieder kritische aber auch konstruktive Anmerkungen gab: "Für Kinder und Jugendliche müsste es mehr Angebote geben, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen", 'Die Moorenhöhe als touristisches Aushängeschild und Aussichtsplatform für die Stadt Eupen müsste besser gepflegt und mit einer erklärenden Panorama-Beschilderung versehen werden". Im Animationszentrum Ephata wurden einige Projekte des Viertelkomitees mittels einer kleinen Ausstellung, anhand des Trailers zum Filmprojekt über das Bergviertel sowie durch Präsentationen von Studien, Anwohnerversammlungen und Partizipations-Projekte mit Kindern und Jugendlichen vorgestellt, bevor es beim Austausch in Untergruppen daran ging, sich Gedanken zur Viertelarbeit im Allgemeinen und zu den Schwerpunkten und Herausforderungen für die Arbeit in den vertretenen Eupener Vierteln zu machen.

 

Die Veranstaltungsreihe Machbarschaften wird fortgesetzt. Nächste Station wird die Eupener Unterstadt sein, wo dann der Bürgerverein 'Die Unterstadt - Ein starkes Viertel' in die Gastgeberrolle schlüpfen wird.

 

Hintergrund

Zentrale Anliegen der Veranstaltungsreihe 'Machbarschaften' sind,

· Nachbarschaftsprojekte in all ihrer Vielfalt und in ihren unterschiedlichen Formen für die breite Öffentlichkeit sichtbar zu machen;

· den Mehrwert aufzuzeigen, der durch das konkrete Bürgerengagement in Eupen geschaffen wird;

· Hindernisse sich zu engagieren zu benennen und mögliche Lösungswege zu suchen;

· den Bedarf für Unterstützung zu ermitteln und bestehende Möglichkeiten der Unterstützung aufzuzeigen;

· den Austausch zu fördern zwischen bestehenden Initiativen untereinander, mit Verwaltung und Politik, mit der interessierten Öffentlichkeit.

 Die Veranstaltungsreihe richtet sich an alle, die das Leben in ihrem Viertel aktiv mitgestalten und bereichern möchten, an alle, die schon in Initiativen aktiv sind, die sich einer Initiative eventuell anschließen möchten oder eine neue Initiative ins Leben rufen möchten, ebenso wie an Vertreter der Politik und Verwaltung.

Die Veranstaltungsreihe „Machbarschaften!“ wird unterstützt durch die Stadt Eupen.


Das Animationszentrum Ephata liegt im Eupener Bergviertel. Dieses Viertel ist geprägt von einem hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund (rund 45 %) und hat (nach dem eigentlichen Stadtzentrum) den größten Prozentsatz an über 60jährigen in der Gemeinde Eupen.

Das Bergviertel umfasst traditionell Bergkapellstraße, Bergstraße (bis Loten), Brabantstraße, Burgundstraße, Edelstraße, Haasberg, Habsburgerweg, Hisselsgasse (unterstädter Seite ab Ibern), Judenstraße, Maria-Theresia-Straße, Panorama und Schorberg. Hinzu kommen noch als Einzugsgebiet des Animationszentrums Ephata Neustraße, Olengraben und Rotenberg (bis Loten).

 

Das Viertelkomitee setzt sich zusammen aus Anwohnern des Bergviertels, Vertretern des Animationszentrums Ephata sowie weiterer Organisationen und Vereine aus dem Viertel. Bei den regelmäßigen Treffen werden Aktivitäten zur Viertelgestaltung und zur Förderung des Zusammenlebens und des sozialen Zusammenhalts geplant. Auch werden alle Entscheidungen bzgl. Verkehrsführung, Bauprojekten und Maßnahmen zur Belebung des Viertels in enger Zusammenarbeit mit den kommunalen Behörden besprochen.

Vierteljährlich erscheint die Bergviertelnews, die kostenlos in alle Haushalte des Viertels verteilt wird. Die neueste Ausgabe finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Für die älteren Anwohner im Viertel wird in zweimonatlichen Abständen ein Viertelcafé angeboten, bei dem es auch Informationen über die jeweils anstehenden Veranstaltungen und die Planungen im Viertel und in der Bergkapelle gibt.

An jedem zweiten Samstag im Monat findet ab 11.30 Uhr eine Viertelsäuberungsaktion statt, bei der Straßen, Grünflächen und Parks von Abfällen und Unrat befreit werden.

Einmal im Jahr wird ein Viertelfest organisiert, bei dem sich alle Anwohner einbringen, einander begegnen und in Kontakt kommen können.

Daneben gibt es ein Kapellenkomitee, welches sich um die Belange der Bergkapelle kümmert und versucht, diese als Veranstaltungs- und Begegnungsraum, aber auch als Gebets- und Gottesdienstraum zu beleben.

Projekte

Hochbeete:

In Zusammenarbeit mit Viertelkomitee, Animationszentrum Ephata, Patro Mädchen St. Raphael, der Stadt Eupen und dem Sozialbetrieb Work & Job wurden 2015 drei Hochbeete an der Bergkapellstraße angelegt, die von den Kindern und Jugendlichen der Patro, der Aufgabenschule und des Ferienspaß sowie von den Anwohnern bepflanzt, gepflegt und unterhalten wurden. Zier- und Nutzpflanzen, Gemüse und Blumen verschönern seitdem das Viertel und sorgen für Zusammenarbeit und Begegnung zwischen unterschiedlichen Generationen und Kulturen.

Mosaik-Bank:

Im Rahmen des Projekts APE (Aktiv Partizipieren in der Euregio) wurden für das Bergviertel verschiedene Sitz- und Begegnungsmöglichkeiten geschaffen: eine Mosaik-Bank lädt im Park Loten zum Verweilen ein und gewährt einen Rundblick über die Eupener Oberstadt bis hin zur St. Nikolaus Pfarrkirche. Daneben wurden zwei Tipis geschaffen, die am Streetballplatz im Park sowie auf der Grünfläche im Angesicht der Bergkapelle einen Ruheort bieten, der immer wieder auch von kleinen Gruppen als trockener Sitzuntergrund genutzt wird.

Festschrift:

Anlässlich des 300jährigen Bestehens der Bergkapelle wurde unter Federführung von Dr. Alfred Minke die Festschrift "Die Kapelle St. Johannes der Täufer auf dem Berge in Eupen" gestaltet und veröffentlicht.

Auf 60 Seiten mit 17 Abbildungen wird über Bau und Entwicklung der Bergkapelle berichtet, bei einem Gang um und durch die Kapelle schweift der Blick auf die stummen Zeugen der Geschichte und bringt diese zum Reden, bis hin zu den Zukunftsträumen der heutigen Generation. Der Autor vergisst aber auch die Menschen und ihr Wirken in der Kapelle und im Bergviertel nicht, und listet Seelsorger, Küster und Organisten auf. Schließlich bietet die Schrift ein interessantes Quellen- und Literaturverzeichnis sowie ein wertvolles Glossar.

Die Festschrift kann zum Preis von 10,- € im Animationszentrum Ephata erworben werden. Der Gesamterlös aus dem Verkauf kommt dem Unterhalt der Kapelle zugute.

Viertelcafé

 Die Anregung zu dieser Initiative kam beim Viertelfest im Rahmen der 300-Jahrfeiern der Kapelle; vielfach äußerten vor allem alteingesessene Anwohner den Wunsch, sich regelmäßig in geselliger Runde zu treffen. Das Viertelkomitee griff diese Anfrage auf und versucht nun in Zusammenarbeit mit dem Animationszentrum Ephata in regelmäßigen Abständen einen gemütlichen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen, mit Geschichten und Anekdoten aus dem Eupener Bergviertel zu organisieren. Bei diesen Treffen gibt es auch Informationen über die jeweils anstehenden Veranstaltungen und die Planungen im Viertel und in der Bergkapelle.

 

Termine im Jahreslauf : Mittwoch vor Karneval, Mittwoch nach Ostern, Dreifaltigkeitsfest (Frühstück), letzter Mittwoch im August, Mittwoch vor den Allerheiligenferien, 2. Advent (Frühstück)

 

Atemholen für die Seele – tägliches Angebot in der Bergkapelle

Während den Sommermonaten Juli und August lädt das Kapellenkomitee der Eupener Bergkapelle täglich zu Zeiten des Innehaltens und des Gebetes in der offenen Kapelle ein.

Die Ferienmonate sind geradezu wie geschaffen, um sich in der Alltagshektik Auszeiten zu gönnen. Zu Hause in den vertrauten vier Wänden, mit der Erinnerung an die Pflichten des Haushalts, von Beruf oder Familie, fällt dies oft schwer. Die Eupener Bergkapelle lädt deshalb vom 1. Juli bis zum 31. August dreimal täglich zu einigen Augenblicken der Ruhe, der Meditation und des Gebetes ein. Jeweils um 12.00, um 17.00 und um 19.00 Uhr gibt es die Gelegenheit, alleine oder gemeinsam mit anderen zu beten, meditativer Musik zu lauschen, besinnliche Texte zu lesen, am Maria-Hilf-Altar eine Kerze zu entzünden oder ein Gebetsanliegen schriftlich zu formulieren.


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