72. Limburgerweg und Ettersten

Im alten Eupen gab es eine große und eine kleine Gasse; beide führten vom Rotenberg her durch das Wiesenland nach Membach. Die große Gasse hieß in der Volkssprache auch „Membacher Gasse“ (Mömmeckergats). Seit 1971 ist ein Teil des einstigen Karrenweges erbreitert und besiedelt und heißt Limburger Weg. Dort wurden das „Zentrum für Berufsausbildung“ (ZAWM, 1967), das Verwaltungsgebäude für Sozialdienste (ÖSHZ) und das Kinderheim (Zentrum Mosaik) errichtet.

Der Name „Limburger Weg“ soll an die Zugehörigkeit Eupens an das Herzogtum Limburg erinnern. Die Grafschaft Limburg (später Herzogtum) entstand im 11. Jahrhundert auf dem Gebiet des fränkischen Königshofes Baelen. Im Jahre 1213 erscheint zum ersten Mal urkundlich der Siedlungsname „Oipen“ (Eupen) in der Bank Baelen. Im Verzeichnis der Feuerstellen von 1469 wird Eupen (Oepen) als Limburger Zubehör im Weser- und Göhltal, der Bank Baelen mit 20 Dörfern und Weilern, aufgeführt; um 1489 wird die Zahl der Feuerstellen in Eupen mit 157 angegeben. Von 1469 bis 1705 ist eine Verdreifachung der Anzahl Häuser in Eupen auf 588 zu verzeichnen, 1771 sind es schon 1010.

Ettersten

Als durchgehender Weg besteht die kleine Gasse schon seit langer Zeit nicht mehr; ihr breiter Zugang vom Rotenberg her verengt sich nach einem Stiegel zum Fußpfad. Dieser Teil der einstigen kleinen Gasse ist besiedelt und hat die Straßenbezeichnung Ettersten erhalten. Ettersten ist die Flurbezeichnung für das dortige Wiesenland. Der Grundherr von Stockem, in dessen Laethof die Fluren gelegen waren, nannte sie, ihrer Lage entsprechend: die hintersten, die „ätteschten“. Aus der Benennung „ätteschten“ entstand in der Sprach- und Schriftentwicklung das Wort „Ettersten“. Die frühere kleine Gasse, von Membach über das Gehöft „Loutsack“ herkommend, überquerte den Rotenberg und setzte sich als Fußweg über die „Laeten“ (Looten) fort zur Bergstraße. Bei der Anlage der Neustraße wurde der Verlauf der kleinen Gasse vom Rotenberg an die jetzige Stelle verlegt.